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Hohe Unsicherheit erfordert Diversifizierung


10.05.22 12:22
UBS Asset Management

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Die makroökonomischen Unsicherheiten sind hoch, so die Experten von UBS Asset Management.

Über die Märkte habe sich ein von der Inflation verursachter Nebel gelegt. "Eine verlässliche Prognose der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist derzeit sehr schwer. Statt auf ein Szenario zu wetten, bevorzugen wir eine Diversifizierung unserer Investments über verschiedene mögliche Entwicklungen", sage Evan Brown, Head of Multi Asset Strategy bei UBS Asset Management.

Investments für vier Szenarien

1. Inflationärer Boom

Sei eine robuste Nachfrage der Grund für einen anhaltenden Preisdruck, könnte die Angebotsseite weiter aufstocken und so eine Aufwärtsspirale entstehen. Ein solches Umfeld aus Wachstum und Inflation könnte grundsätzlich positiv für Risiko-Assets sein. Europäische Banken wären besonders gut für eine Outperformance positioniert, da hier ein Rezessionsrisiko stark eingepreist sei.

2. Stagflation

In einem Umfeld aus abflauendem Wachstum und anhaltend hoher Inflation dürften Energie- und Landwirtschaftsaktien zu den wenigen Gewinnern zählen. Sie dürften ebenfalls in einem inflationären Boom profitieren.

3. Bedrohtes Wachstum

Eine Abschwächung von Wachstum und Inflation sei zwar zu erwarten, das Wachstum könnte aber auch zusammenbrechen. Für dieses Szenario sehe Brown Relative-Value-Trades im Vorteil, bei denen der US-Dollar gegen Währungen aus Regionen gehandelt werde, die bei einer globalen Abkühlung an vorderster Front stünden, wie zyklische asiatische Währungen und der Euro. Im Aktienbereich bevorzuge Brown den defensiven Gesundheitssektor.

4. Sinkende Inflation, stabiles Wachstum

Ein solches Goldilocks-Szenario scheine derzeit am unwahrscheinlichsten. "Wir halten an einigen Qualitätsaktien fest, die sich typischerweise bei etwas nachlassenden, aber immer noch positivem Wachstum gut entwickeln", sage Brown.

Aktien hätten an Attraktivität verloren

Insgesamt setze Brown zurzeit auf eine Untergewichtung von Aktien, eine neutrale Position bei Unternehmens- und Staatsanleihen sowie eine Übergewichtung im Rohstoffbereich. "Aufgrund der makroökonomischen Unsicherheiten und der hohen Bewertung halten wir globale Aktien für weniger attraktiv als Anleihen. Die Risikoprämie für Aktien ist so niedrig, dass Anleger wohl nicht ausreichend für die Risiken negativer Überraschungen bei Wachstum und Inflation vergütet werden", begründe Brown. Mehr Klarheit zur weiteren Entwicklung erwarte er zu Ende des zweiten Quartals oder in der zweiten Jahreshälfte, wenn sich abzeichne, welche Unterstützungsmaßnahmen China ergreife, wie sich Inflation und Geldpolitik sowie die Beziehungen zwischen Russland und dem Rest der Welt entwickeln würden. (10.05.2022/alc/a/a)