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Hoffen auf allmähliche Wirtschaftsbelebung


11.05.20 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am US-Arbeitsmarkt spiegeln sich die Auswirkungen der Corona-Krise besonders eindrucksvoll wider, so die Analysten der Helaba.

Im April sei die Beschäftigung um 20,5 Mio. gesunken und die Arbeitslosenquote habe einen Satz auf 14,7% gemacht. Dabei gelte zu berücksichtigen, dass die Zahlen aufgrund von Erhebungsproblemen möglicherweise noch zu niedrig ausgewiesen seien. Auch in dieser Woche würden mit der US-Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen Zahlen veröffentlicht, die die Auswirkungen des coronabedingten Stillstands im April aufzeigen würden.

Fraglich sei, wie groß der Einfluss auf die Märkte sein werde. Der Arbeitsmarktbericht habe keine großen Spuren hinterlassen. Marktteilnehmer scheinen verstärkt in die Zukunft zu blicken und hoffen darauf, dass die beschlossenen Hilfsmaßnahmen vonseiten der Politik und der US-Notenbank Wirkung entfalten und dass die ersten Lockerungen der Corona-Einschränkungen zu einer allmählichen Wirtschaftsbelebung beitragen, so die Analysten der Helaba.

Insofern könne sich der am Freitag anstehende Empire-State-Index einer hohen Aufmerksamkeit sicher sein. Er sei der erste Stimmungsindikator des Verarbeitenden Gewerbes des laufenden Monats. Lockerungen der Corona-Maßnahmen könnten auch dazu führen, dass viele Menschen, die sich in den vergangenen zwei Monaten arbeitslos gemeldet hätten, zu ihren Arbeitsplätzen zurückkehren würden. Wie schnell das gehe und wie viele es letztlich sein würden, bleibe offen. Es lasse sich schwer abschätzen, wie die erfolgten Maßnahmen wirken würden und wie der Lockerungsfahrplan genau verlaufen werde. Insofern sei die Prognoseunsicherheit groß.

Unsicherheit gebe es auch in Europa. Für Gesprächsstoff sorge weiterhin das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Anleihekaufprogramm der EZB (PSPP). Es könnten Zweifel aufkommen, dass die Flexibilität der EZB bei ihren Hilfsmaßnahmen eingeschränkt werde. Vertreter der Notenbank seien aber fortwährend bemüht, diese zu zerstreuen. Präsidentin Lagarde habe jüngst bekräftigt, dass alles getan werde, was notwendig sei, um die europäische Wirtschaft zu stützen.

Die Währungshüter würden sich in der Pflicht sehen, für erträgliche Risikoaufschläge bei Staatsanleihen zu sorgen und letztlich seien die Spreads seit der Verkündung des Urteils nicht wesentlich gestiegen. Die Renditen seien zwar in Italien und Spanien insgesamt erhöht, von den Niveaus, die während der Schuldenkrise im Jahr 2012 zu beobachten gewesen seien, sei man aber noch weit entfernt. Das "whatever it takes" der EZB scheine noch immer Wirkung zu entfalten. (11.05.2020/alc/a/a)