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Höhere Preise sind derzeit kein Grund zur Sorge


01.07.21 09:15
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Was sich schon vor dem Ende des Lockdowns abzeichnete, ist auch eingetreten, so Rainer Weyrauch, Mitglied des Managementgremiums für die Vermögensverwaltungen und Leiter der Niederlassung Köln der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft.

Das aufgestaute Geld wolle raus, und zwar fast überall gleichzeitig: Reisen, Gastronomie, Kultur, Infrastrukturmaßnahmen, Investitionen, Autoneukäufe, privater Konsum in den Städten und vieles mehr. Auf den Konten liege Erspartes, das in den vergangenen Monaten gar nicht habe ausgegeben werden können. Das würden die Menschen nun nachholen. Und obendrauf würden noch gigantische Konjunkturpakete kommen. Alle wollten alles auf einmal. Dadurch würden zwangsläufig die Preise steigen.

Und getreu Murphys Gesetz, dass das, was schiefgehen könne, auch schiefgehen werde, seien noch preistreibende Faktoren dazu gekommen: Der infolge einer Havarie verstopfte Suez-Kanal, der für Lieferengpässe gesorgt habe, oder etwa der in Kanada grassierende Borkenkäfer, der in Europa die Holzpreise in ungekannte Höhen treibe. Ein Grund zur Panik sei das trotzdem nicht, sondern vielmehr ein letztendlich normaler Zyklus, der auch wieder abklingen werde.

Engpässe und Mangel hätten bisher stets durch neue Kapazitäten aufgefangen werden können. Zur Erinnerung: Die FFP2-Masken beispielsweise seien anfangs knapp gewesen. Nun bekomme man sie in jeder Supermarktkasse. Auch die Inflation und die Nachfrageblase würden sich in den kommenden Quartalen wieder nivellieren. Trotzdem erleben wir in allen großen Wirtschaftsregionen mit fortschreitender Impfquote einen lange nicht gesehenen Wirtschaftsboom, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank. Zweistellige Wachstumsraten in China und ca. 7% in den USA. Auch Europas Wirtschaft wachse, wenn auch (wie immer) etwas später und nicht ganz so schnell.

Die logische Konsequenz: Bei sehr vielen Unternehmen würden die Gewinne steigen, teilweise sogar kräftig. Ein guter Grund für Aktien, und nicht der einzige. Zusätzlich zu dem vielen Geld, das angelegt werden möchte, treibe das immer öfter berechnete Verwahrentgelt, also der Negativzins, zusätzlich Geld in die Aktienmärkte. Der Besitz festverzinslicher Wertpapiere hingegen koste weiterhin echtes Geld und auch Rendite. Aufgrund der sehr niedrigen absoluten (großenteils negativen) Renditen könne dies durchaus auch noch einige Quartale so bleiben.

Fazit: Es habe sich bewährt, Aktienquoten so weit wie möglich auszunutzen. Die Performance sei entsprechend erfreulich. Dazu empfehle es sich, noch einige Werte beizumischen, die von temporär steigenden Inflationsraten profitieren könnten. Ein solcher Mix verspreche für 2021 und auch darüber hinaus weiterhin attraktive Chancen. (01.07.2021/alc/a/a)