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Höchste US-Inflation seit 40 Jahren


12.01.22 16:25
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wird sich die hohe Inflation im Jahr 2022 auf die Märkte auswirken? - fragen die Experten von XTB.

Es sei Juni 1982. Gold werde nach einer beeindruckenden Rally in den 70er Jahren bei 350 USD pro Unze gehandelt, der S&P 500 stehe bei 110 Punkten und die Renditen zehnjähriger Anleihen lägen bei 14%. Oh, und die Inflation liege bei 7%, dem höchsten Stand seit vier Monaten, aber unter den 14,8% vom März 1980. Dies sei die letzte Periode mit hoher Inflation in den USA gewesen. Anfang der 90er Jahre und im Jahr 2008 habe sie versucht, zu steigen, sei aber nie wieder eine echte Bedrohung gewesen. Bis heute.

Als die Inflation im April 2021 auf über 4% angestiegen sei, habe die FED dies als vorübergehend bezeichnet und beschlossen, nicht zu handeln. Man sei davon ausgegangen, dass es sich um ein einmaliges Ereignis gehandelt habe, das durch die jährlichen Veränderungen bei den Kraftstoffpreisen verursacht worden sei. Dieser Ansatz habe sich als unverantwortlich erwiesen. Die US-Wirtschaft habe bereits geboomt, angeheizt durch die Konjunkturprogramme und die Wiedereröffnung nach der Pandemie.

Auch wenn das Feuer durch die Ölpreise entfacht worden sei, habe es schnell auf andere Kategorien übergegriffen. Autos (neue und gebrauchte), Ausrüstung, Möbel - all diese Dinge seien teurer geworden, weil die Nachfrage geboomt habe und das Angebot durch die COVID-Beschränkungen in der Welt erschwert worden sei. Heute liege die Inflation bei 7% und die FED müsse handeln. Dies werde in der Tat der Fall sein. Noch im November habe die FED nicht über Zinserhöhungen sprechen wollen. Heute kommuniziere sie diese nicht nur, sondern deute auch eine Bilanzverkürzung an, ein Instrument (man denke an das umgekehrte Gelddrucken), das zuletzt 2018 eingesetzt worden sei, zur Verlangsamung beigetragen und Marktturbulenzen verursacht habe.

Apropos Markt: Die Anleger würden vorerst zuversichtlich bleiben. Man erinnere sich daran, dass 1982 die Renditen zehnjähriger Anleihen bei 14% gelegen hätten, jetzt seien sie fast zehnmal niedriger. Ja, die FED spreche von Zinsen und Bilanzreduzierung, aber heute drucke sie immer noch Geld (auch wenn das bald ein Ende haben werde), und die Zinsen würden sich an der unteren Grenze befinden. Die Party dauere an, aber wie lange noch? (12.01.2022/alc/a/a)