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Heutige EZB-Zinssitzung ist von hohem Interesse


09.09.21 09:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Heute steht die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank am Programm, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Das Meeting sei von hohem Interesse, immerhin gelte es zu entscheiden, wie es mit den Anleihekäufen im Rahmen des PEPP weitergehen solle. Im März sei beschlossen worden, die monatlichen Käufe zu steigern und im Juni sei diese Maßnahme verlängert worden. Das durchschnittliche monatliche Volumen habe in Q2 rund EUR 80 Mrd. und in Q3 geschätzt ca. EUR 88 Mrd. betragen. Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG würden wie die Mehrheit von Bloomberg befragten Analysten damit rechnen, dass das erhöhte Tempo nicht verlängert werde. Die EZB dürfte aber kein explizites neues Zielvolumen beschließen. Eher werde sie betonen, die Käufe auf das zuvor beobachtbare Niveau zu drosseln (Schnitt zwischen August 2020 und März 2021: EUR 63 Mrd.) und dabei flexibel auf die Marktbegebenheiten zu reagieren. Die Entscheidung zur Vorgehensweise beim PEPP im kommenden Jahr (solle mindestens bis März 2022 laufen, Gesamtvolumen: EUR 1.850 Mrd.) würden die Analysten der Raiffeisen Bank International AG erst im Dezember erwarten.

Lagarde dürfte auf der heutigen Sitzung ein Nachfragen eher abwehren (sei nicht Thema gewesen, sei nicht Zeit darüber zu entscheiden) und sich nicht in die Karten blicken lassen. Somit rücke auch die Wortwahl bei der Beurteilung des Wirtschaftsausblicks in den Fokus (neue Prognosen würden präsentiert), da sich daraus Rückschlüsse auf den mittelfristigen geldpolitischen Kurs ableiten lassen könnten. Die Notenbank werde wohl ihre Schätzungen für das BIP-Wachstum und die Inflation im Jahr 2021 nach oben nehmen, für die Folgejahre aber im wesentlichen unverändert belassen. Präsidentin Lagarde dürfte einerseits die positive wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Monaten betonen und andererseits die anhaltenden Unsicherheiten in Bezug auf den Verlauf der Corona-Pandemie hervorheben. Die hohe Teuerung werde die EZB als vorübergehend einstufen. (09.09.2021/alc/a/a)