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Heute im Fokus: Volatilität


13.05.22 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Finanzmärkte hatten in den letzten Wochen vor allem auf ein Thema gesetzt: Inflationsgetriebene Zinserhöhungen, so die Analysten der Helaba.

Inzwischen hätten die wichtigen Notenbanken bereits QE-Programme beendet und erste Zinsschritte beschlossen, andere würden sich handlungsbereit zeigen. Vor diesem Hintergrund seien die Zinserwartungen in den USA und der Eurozone seit Monaten kräftig gestiegen. Wenig Beachtung habe derweil die sich eintrübende konjunkturelle Perspektive gefunden, vor allem am Rentenmarkt. Erst zuletzt scheine dies mehr in den Vordergrund zu rücken, was zu einer erheblichen Volatilität beigetragen habe.

Ungeachtet der jüngsten verbalen Positionierung der Notenbanker seien daher die Zinserwartungen nicht weiter forciert, sondern teilweise reduziert worden und so habe die Rendite 10-jähriger Bundeanleihen vom Hoch am Montag bei 1,19% rund 35 BP abgegeben und gestern ein Tief bei 0,84% markiert. Auch an den Aktienbörsen dominiere das Auf und Ab, sodass der DAX jüngst noch bei 14.300 Punkten gelegen habe, um kurz darauf bei 13.380 Punkten Unterstützungen auszutesten.

Es seien die Inflations- und Zinssorgen auf der einen Seite und die Risiken wegen des Ukrainekrieges und den chinesischen Lieferproblemen auf der anderen Seite, die eine herausfordernde Mischung ergeben würden und nicht unabhängig voneinander gesehen werden könnten. Die Volatilität könnte in den kommenden Tagen und Wochen erhöht bleiben, nicht nur am Rentenmarkt.

Das datenseitige Interesse richte sich unterdessen auf die US-Verbraucherstimmung, während der EWU-Industrieproduktion kein marktbewegender Charakter zugesprochen werden könne. Das Michigan Sentiment stehe unter gemischten, per saldo leicht negativen Vorzeichen. (13.05.2022/alc/a/a)