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Heute im Fokus: Vertrauen auf die Notenbanken


04.02.21 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Notenbanken dominieren seit langem das Marktgeschehen in verschiedensten Segmenten und nun kommt dem ehemaligen EZB-Chef Draghi auch eine politische Rolle in Italien zu, während die vormalige FED-Chefin (Yellen) die neue US-Finanzministerin ist, so die Analysten der Helaba.

Offenbar würden Notenbanken und ihr Personal ein breites Vertrauen besitzen und insbesondere die fachliche Expertise und der Ruf der Unabhängigkeit dürften mit Blick auf Italien eine Rolle spielen. Aufgrund der Tatsache, dass heute nur wenig marktbewegende Datenveröffentlichungen anstünden, würden die Marktteilnehmer vermehrt auf Zentralbank-Nachrichten achten.

Den Auftakt gebe die EZB mit dem Wirtschaftsbericht. Dieser sollte die zurückhaltende Einschätzung der EZB, die beim letzten Ratstreffen zu vernehmen gewesen sei, bestätigen. Die Märkte würden zwar schon auf die Konjunkturerholung im Nachgang der Pandemie setzen, die Notenbanker wollten aber frühzeitige Straffungsdiskussionen vermeiden. In die gleiche Richtung dürften die Kommentare seitens der EZB- und FED-Vertreter gehen.

Zwischenzeitlich würden sich die Blicke nach Großbritannien richten, denn dort gebe das MPC der Bank von England (BoE) seine Entscheidung bekannt. Mit einer Zinssenkung würden die Analysten nicht rechnen und auch das Anleihekaufprogramm sollte unverändert bleiben. Marktseitig werde über eine Senkung der Leitzinsen in der Zukunft zwar spekuliert, mit zunehmenden Erfolgen in der Pandemiebekämpfung dürfte die Wahrscheinlichkeit dafür aber im Zeitablauf abnehmen.

Hinweise auf eine baldige Abkehr der wichtigen Notenbanken von der ultra-lockeren Ausrichtung der Geldpolitik werde es nach Erachten der Analysten so schnell nicht geben und so könnten die Akteure bis auf Weiteres darauf vertrauen, dass die Märkte Unterstützung von dieser Seite erhalten würden. (04.02.2021/alc/a/a)