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Heute im Fokus: Öl und Inflation


19.11.21 08:47
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seit dem Hoch der Ölnotierungen (Brent) Ende Oktober bei 86,7 USD/Fass hat sich der Preis deutlich abgeschwächt und ist jüngst unter die Marke von 80 USD/Fass gesunken, so die Analysten der Helaba.

Angesichts einer allmählich steigenden Produktion seitens der OPEC+ und zunehmenden Signalen, dass auch die US-Produzenten wieder mehr liefern könnten, sollte der Markt zunächst in eine Seitwärtsphase übergegangen sein. Die Ölpreisprognosen der Analysten auf Sicht der kommenden zwölf Monate würden sich zwischen 85 und 78 USD/Fass bewegen. Damit einhergehend würden die Jahresanstiegsraten sukzessive nachgeben und Entlastung für die Erzeuger- und die Verbraucherebene mit sich bringen, zumal auch steuerliche Einmaleffekte auslaufen würden. Die dortigen Teuerungsraten dürften sich somit den Höhepunkten nähern.

Zwar sei heute bei den deutschen Erzeugerpreisen nochmals mit einem Anstieg zu rechnen, der Energiepreiseffekt werde aber schwächer werden. In diesem Punkt würden die Analysten mit den Notenbanken übereinstimmen, jedoch bestehe die Gefahr, dass die Inflationsraten in den Jahren 2022 und 2023 nicht wieder auf die vorher gewohnten, tiefen Niveaus zurückfallen würden. Der starke kombinierte Impuls aus Fiskal- und Geldpolitik der letzten Jahre wirke latent inflationär. Jenseits der Diskussion über die vorübergehende Natur der Energiepreis- und Steuereffekte sollten die Notenbanken dies im Blick behalten. (19.11.2021/alc/a/a)