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Heute im Fokus: Notenbankvertreter und -erwartungen


10.05.22 08:41
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den USA wie auch in der Eurozone stehen heute erneut zahlreiche Notenbankvertreter mit Redebeiträgen im Kalender, so die Analysten der Helaba.

Jüngst hätten sich vor allem EZB-Vertreter für mehr Zinsschritte ausgesprochen aber auch vonseiten der FED-Mitglieder gebe es keine Entwarnung.

Entsprechend lägen die Erwartungen bezüglich der FED-Zinsen auf hohem Niveau, währenddessen die Zinserwartungen die EZB betreffend bis zuletzt weiter zugelegt hätten. So würden die Marktteilnehmer den 3M-Euribor-Future per Dezember 2022 mit einem impliziten Satz von +0,75% gegenüber einem aktuellen Niveau von -0,42% preisen. Bisher erscheinen diese Erwartungen selbst gegenüber Äußerungen beispielsweise von EZB-Ratsmitglied Philipp Holzmann, wonach drei Zinserhöhungen bis Ende 2022 nötig seien könnten, als ambitioniert, so die Analysten der Helaba.

Vor diesem Hintergrund sei bemerkenswert, dass die Inflationserwartungen beiderseits des Atlantiks wieder abgenommen hätten. Dies führe zu einem sprunghaften Anstieg der Realrenditen, der in den USA bereits in positives Terrain geführt habe. Im Falle der Bundesanleihen sei mit knapp -1,0% der höchste Level seit Anfang 2021 erreicht worden.

Datenseitig richte sich der Blick auf die ZEW-Umfrage, nachdem gestern bereits die sentix-Investorenumfrage gezeigt habe, dass die Stimmung weiterhin gedrückt sei. Insofern werde nicht mit einer Erholung des ZEW-Saldos der Konjunkturerwartungen gerechnet. Da angesichts der Kriegs- und Sanktionsfolgen sowie der Probleme wegen der chinesischen Coronamaßnahmen auch die Lageeinschätzung wohl nachgeben dürfte, sei insgesamt mit negativen Indikationen für ifo-Index und Einkaufsmanagerindices zu rechnen. (10.05.2022/alc/a/a)