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Heute im Fokus: Inflation und Stimmung


06.01.22 08:46
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Politik der Europäischen Zentralbank steht wegen der zuletzt deutlich gestiegenen Verbraucherpreise in der Kritik, so die Analysten der Helaba.

Währungshüter würden an der expansiven Ausrichtung mit dem Verweis festhalten, dass wesentliche Teile des Inflationsschubes temporärer Natur seien und sich im Laufe dieses Jahres wieder zurückbilden würden. Daher würden neue Daten zur Preisentwicklung mit hoher Aufmerksamkeit verfolgt. Heute stünden in Deutschland die vorläufigen Verbraucherpreise zur Veröffentlichung an. Im Dezember scheine ein leichter Rückgang der Inflationsrate möglich, nach fünf Anstiegen in Folge auf zuletzt 5,2 Prozent - dem höchsten Wert seit fast drei Jahrzehnten. Der Hauptgrund für den möglichen Rückgang seien die niedrigeren Benzin- und Heizölpreise.

Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden. Zwar sei davon auszugehen, dass sich die nachgebende Tendenz im Januar fortsetze, da dann die temporäre Mehrwertsteuersenkung nicht mehr ins Gewicht falle. Die Lieferkettenproblematik verringere sich aber nur allmählich und die steigenden Kosten wegen der Klimapolitik würden gegen eine schnelle Rückkehr der Inflation in Richtung des EZB-Ziels von zwei Prozent sprechen. Vor diesem Hintergrund wundere es nicht, dass einige Marktteilnehmer daran zweifeln würden, dass sich die EZB mit der ersten Leitzinserhöhung noch viel Zeit lassen werde.

Für Aufmerksamkeit sorge heute auch der ISM-Index des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes. Hier zeichne sich, wie im Industriesektor, ein Stimmungsrückgang ab. Für Verunsicherung sorge die Ausbreitung der Omikron-Variante. Die Konsensschätzung könnte enttäuscht werden, allerdings liege der Index weit im Expansionsbereich, sodass am grundsätzlich positiven Ausblick des Sektors festgehalten werden könne. (06.01.2022/alc/a/a)