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Heute im Fokus: Geldpolitische Reaktion


11.01.22 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Start in die neue Handelswoche war von Zurückhaltung geprägt, auch mangels marktbewegender Datenveröffentlichungen, so die Analysten der Helaba.

So ändere der leichte Anstieg des sentix-Investorenvertrauens kaum etwas an den Perspektiven für Konjunktur und Geldpolitik.

Die europäische Geldpolitik fahre anscheinend auf Sicht. Offiziell und mehrheitlich bestehe noch die Einschätzung, dass sich die Teuerung im Jahresverlauf zurückbilde, die wirtschaftliche Erholung aber gleichwohl ein Zurückfahren des monetären Stimulus rechtfertige, mit Zinserhöhungen in diesem Jahr aber nicht zu rechnen sei.

Jüngst hätten sich jedoch die Zeichen gemehrt, dass sich die EZB der Inflationsgefahren zunehmend bewusst werde, und vereinzelt werde auch eine schnellere Reaktion als das oben beschriebene gemächliche Anpassen in die Diskussion gebracht. So habe der lettische Notenbank-Gouverneur Kazaks bereits in der ersten Januarwoche gesagt, die EZB werde "falls nötig" handeln. Mit der Rede von Kazaks im heutigen Kalender dürfte das Thema schnellere EZB-Reaktion präsent bleiben.

Reden von Notenbankvertretern stünden auch in den USA an und erwähnenswert sei darüber hinaus die Anhörung zur Re-Nominierung von Jerome Powell als FED-Chef. Die Markterwartungen bezüglich der FED seien bereits gestiegen und es sei nicht abzusehen, dass sich dies bald umkehren werde. Im Zuge der Zinserwartungen gewinne zudem die Einschätzung Raum, dass die FED früher als bisher gedacht das Mittel der Bilanzverkürzung einsetzen könnte. Trotz zu erwartender Zinserhöhungen würde sich somit vermutlich eine steilere US-Zinsstrukturkurve einstellen. (11.01.2022/alc/a/a)