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Heute im Fokus: FED, BoE und EZB


05.05.22 08:48
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat den Markterwartungen entsprochen und das Leitzinsband um 50 BP auf 0,75 bis 1,00% erhöht, so die Analysten der Helaba.

Zudem seien weitere Zinserhöhungen und eine Bilanzreduzierung in Aussicht gestellt worden. Staatsanleihen sollten ab Juni monatlich um 30 Mrd. und hypothekenbesicherte Anleihen (MBS) um 17,5 Mrd. USD reduziert werden. Das Tempo des Zurückfahrens werde nach drei Monaten auf 60 Mrd. USD für Staatsanleihen und 35 Mrd. USD für MBS erhöht. Zu einer Forcierung der Zinserwartungen sei es nicht gekommen und Staatsanleihen hätten Gewinne verbuchen können. Auch der Euro habe Profit aus den FED-Entscheidungen schlagen können.

Heute dürfte die Bank von England nachziehen und ebenfalls an der Zinsschraube drehen. Die Währungshüter hätten sich - ähnlich wie die der FED - der Inflationsbekämpfung verschrieben, während Vertreter der Europäischen Zentralbank trotz ihres Auftrages zur Sicherung der Preisniveaustabilität verstärkt auf konjunkturelle Risiken verweisen würden. Aber auch hierzulande zeichne sich eine erste Zinserhöhung ab - vermutlich schon im dritten Quartal. Dafür würden sich immer mehr Vertreter der Zentralbank aussprechen. In diesem Zusammenhang sei auf die Rede von EZB-Chefvolkswirt Lane verwiesen, der über den wirtschaftlichen Ausblick der Eurozone sprechen wolle.

Das erste Quartal sei in wichtigen europäischen Ländern meist enttäuschend ausgefallen. Immerhin habe das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,2% VQ zulegen können. Die deutsche Wirtschaft gehe aber schwierigen Zeiten entgegen, worauf die heute anstehenden Industrieaufträge hinweisen dürften. (05.05.2022/alc/a/a)