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Heute im Fokus: EWU-Spreads und Geldpolitik


12.05.22 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die EZB steht unter Druck und Vertreter der Notenbank lassen inzwischen Handlungsbereitschaft erkennen, so die Analysten der Helaba.

Dabei werde die Juli-Ratssitzung als Termin für die erste Zinserhöhung von immer mehr Notenbankern ins Spiel gebracht. In diesem Fall müssten die Nettokäufe aus dem noch laufenden Anleihekaufprogramm APP bis Ende Juni beendet werden. Die Aussicht darauf habe in den letzten Wochen zu einem deutlichen Anstieg der EWU-Spreads beigetragen. Die Rendite italienischer Bonds mit 10- jähriger Laufzeit habe gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen die Marke von 200 Basispunkten zeitweise überschritten und damit den höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Zuletzt sei es aber zu einer kleinen Korrektur gekommen - trotz der Aussicht auf eine geldpolitische Wende.

Die gestern in den USA veröffentlichen Verbraucherpreise würden zeigen, dass der Höhepunkt der Teuerung überschritten sei. Mit den Aprilzahlen würden sich Basiseffekte positiv bemerkbar machen. Von Entspannung könne angesichts einer Jahresteuerungsrate von über 8% allerdings noch nicht gesprochen werden. Auch die Kernteuerung sei trotz des Rückgangs auf 6,3% VJ noch immer sehr hoch. Bei den heute anstehenden Produzentenpreisen zeichne sich ebenfalls ein weniger starker Anstieg ab. Das Niveau sei aber hoch und aufgrund der gestörten Produktionstätigkeit in China, der Lieferkettenproblematik und des Ukrainekrieges dürfte es nicht so schnell zu deutlichen Rückgängen kommen. Insofern bleibe auch die US-Notenbank unter Druck, den geldpolitischen Expansionsgrad zurückzufahren. (12.05.2022/alc/a/a)