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Heute im Fokus: EWU-Geldmenge


26.11.21 08:42
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Inflation ist nicht nur, aber auch, ein monetäres Phänomen und daher sind die Geldmengenentwicklungen in der Eurozone immer im Blick zu behalten, insbesondere in der aktuellen Phase erhöhter Inflationsraten und -erwartungen, so die Analysten der Helaba.

Geld werde durch Kreditgewährung seitens der Monetären Finanzinstitute (MFI) geschaffen. Dies seien neben den Zentral- auch die Geschäftsbanken sowie Sparkassen und Landesbanken. Nachdem die Wachstumsrate der Geldmenge M3 zu Jahresbeginn den Höhepunkt jenseits von +12% VJ erreicht habe, habe sich die Dynamik abgeschwächt und zuletzt bei +7,4% gelegen. Auffällig sei dabei in den letzten Quartalen gewesen, dass es vor allem die Kreditvergabe an den öffentlichen Sektor gewesen sei, die die Geldmengenexpansion angetrieben habe, größtenteils begünstigt durch die QE-Programme des Eurosystems.

Die spannende Frage sei nun, ob sich wieder mehr Kreditnachfrage seitens der privaten Unternehmen und Haushalte einstelle und die wirtschaftliche Entwicklung somit weniger abhängig werde von den kombinierten fiskal- und geldpolitischen Impulsen. Angesichts der wieder steigenden Coronaverunsicherung könnte es aber noch Monate dauern, bis sich deutlich mehr Belebung zeige.

In den USA führe der "Black Friday" dazu, dass es erneut keine Datenveröffentlichungen oder Redebeiträge der FOMC-Mitglieder gebe. Auch dürften viele Marktteilnehmer ein langes Wochenende genießen, sodass aus Übersee wohl keine Impulse für das Marktgeschehen ausgehen würden. (26.11.2021/alc/a/a)