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Heute im Fokus: Auf Zeit gespielt


10.09.21 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank hat sich mehr zeitlichen Freiraum verschafft, so die Analysten der Helaba.

Angesichts der höheren Inflation und dem Nachlassen pandemiebedingter Einschränkungen sowie der niedrigen Renditen und Risikoaufschläge seien Forderungen laut geworden, das Pandemie-Notfall-Kaufprogramm auslaufen zu lassen. Gestern sei zunächst für das vierte Quartal ein moderat geringeres Ankaufsvolumen im Rahmen des PEPP in Aussicht gestellt worden, nachdem im zweiten und dritten Quartal rund 80 Mrd. EUR pro Monat investiert worden seien. Dies sei weitgehend erwartet worden.

Auch die Aufwärtsrevision der Inflationsprojektionen komme nicht überraschend. Jedoch sei betont worden, dass die Kalibrierung der PEPP-Käufe noch nicht als Ausstieg aus dem Pandemieprogramm verstanden werden sollte und auch nicht als Signal für baldige Zinserhöhungen. Alle Instrumente könnten bei Bedarf angepasst werden. Insofern seien hawkische Überraschungen ausgeblieben.

Datenseitig stünden in der Eurozone Industrieproduktionszahlen an. So in Frankreich, Italien und Spanien. Mehrheitlich werde mit leichten Zuwächsen gerechnet, was zusammen mit dem Juliplus der deutschen Industrie dafür sorgen sollte, dass sich auf EWU-Ebene die Erholung des Sektors fortsetze. In den USA richte sich der Blick auf die Erzeugerpreise. Diese würden einen letzten Hinweis auf die Verbraucherpreisentwicklung geben, die den Datenkalender in Übersee der nächsten Woche dominieren werde. Es zeichne sich ab, dass die monatliche Anstiegsdynamik zwar nachlasse, die Jahresraten aber auf hohen Niveaus liegen dürften. (10.09.2021/alc/a/a)