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Großbritannien: Ein deutlicher Rückgang der Kerninflationsrate im August erwartet


02.09.20 11:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das britische BIP brach im zweiten Quartal im Mai infolge der Pandemie um 20,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein, nach einem Rückgang von 2,2 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres, so die Analysten von Postbank Research.

Wesentlicher Treiber des BIP-Rückgangs seien der Private Konsum (-23,1 Prozent) sowie die Unternehmensinvestitionen (-31,4 Prozent) gewesen. Die Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor hätten sich zwar schon seit Juli über der Expansionsschwelle bewegt. In einigen Bereichen hätten die wirtschaftlichen Aktivitäten auch Anfang August erst bei etwa 75 Prozent des Vorkrisenniveaus gelegen.

Am Arbeitsmarkt dürfte es nach dem Ende der Zwangsurlaubsund Kurzarbeitsmaßnahmen zu Rückschlägen kommen, was die Aussicht auf eine schnelle Erholung des Konsums dämpfe. Neben der Pandemie laste natürlich weiterhin das Risiko eines harten Brexit am Jahresende auf der Wirtschaft. Die Marktteilnehmer würden aktuell noch auf eine Einigung über einen Brexit-Vertrag im Herbst setzen.

Die Kerninflationsrate sei im Juli überraschend auf 1,8 Prozent gestiegen. Da für den August ein deutlicher Rückgang der Rate erwartet werde, gebe es keinen Anlass für die Bank of England von ihrem expansiven Kurs abzuweichen.

Aufwertungsfantasien für das GBP würden vermutlich einen die Einigung über einen weichen Brexit voraussetzen. Der EUR/GBP (0,895; Stand: 28.08.2020) könnte auf Sicht von sechs Monaten mit 0,95 Aufwertungspotenzial haben. (Ausgabe September 2020) (02.09.2020/alc/a/a)