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Großbritannien: Zentralbank weitet Anleihekäufe aus


11.11.20 11:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Mit einem Anstieg auf 53,7 Punkte überraschte der britische Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Oktober positiv, so die Analysten von Postbank Research.

Allerdings dürften die neuen Abschottungsmaßnahmen vor allem den Dienstleistungssektor belasten und die Konjunkturerholung bedrohen. Dies deute auch der Oktober-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor an, dessen Wert von der Schnellschätzung um 1,2 auf 51,4 Punkte nach unten korrigiert worden sei.

Durch die erhöhte Belastung des Dienstleistungssektors könnte sich auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter verschlechtern; die Arbeitslosenquote befinde sich bereits seit Monaten im Aufwärtstrend und sei zuletzt auf 4,5 Prozent gestiegen. Zwar dürfte die Regierung in Kürze eine weitere Verlängerung der Arbeitsmarkthilfen beschließen, was größere Einkommensverluste verhindern sollte. Die anhaltende Unsicherheit rund um den Brexit und die zweite Corona-Welle dürfte die britischen Konsumenten zusätzlich verunsichern.

Um die Konjunktur zu stabilisieren und die Fiskalmaßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Corona-Krise zu unterstützen habe die Britische Zentralbank auf ihrer November-Sitzung das Volumen ihrer Anleihekäufe um 150 Mrd. Pfund ausgeweitet. Trotz der Zentralbankkäufe dürften die Rekordemissionen der Regierung Aufwärtsdruck auf die Renditen ausüben. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen (0,38 Prozent; Stand: 10.11.2020) könnte in sechs Monaten auf 0,53 Prozent steigen. (Ausgabe Zinsbulletin November 2020) (11.11.2020/alc/a/a)