Großbritannien: Zentralbank schwächt Möglichkeit negativer Leitzinsen ab


12.02.21 08:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der UK-Januar-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor ging von 49,4 Punkten im Vormonat auf 39,5 Punkte zurück, so die Analysten von Postbank Research.

Obwohl sich der entsprechende Index für das Verarbeitende Gewerbe mit 54,1 Punkten auf den ersten Blick robust präsentiere, zeige sich bei genauerer Analyse ein schwächeres Bild. Denn die relative Stärke des Indikators sei zum Teil auf eine Verlängerung der Lieferzeiten zurückzuführen gewesen, die durch die Brexit-bedingte Unterbrechungen der Lieferketten und die COVID-19-Grenzschließungen verursacht worden seien. Längere Lieferzeiten seien in der Regel mit einer starken Nachfrage verbunden und würden somit den Gesamtindex erhöhen, in diesem Fall verursache dies allerdings einen falschen Eindruck.

Trotz der schwachen Entwicklung zum Jahreswechsel habe Großbritanniens Wirtschaft Potenzial für eine schnelle Konjunkturnormalisierung. Denn hinter Israel führe Großbritannien mit weitem Abstand besonders auf die EU-Länder die Rangliste der Staaten an, die ihre Bevölkerung mit Impfstoffen gegen Covid-19 versorgt hätten. Das Britische Pfund könnte sich daher in den kommenden Monaten gegenüber dem Euro stabil halten.

Dies dürfte die Notenbank darin beeinflusst haben auf ihrer jüngsten Sitzung den Leitzins und das Anleihekaufvolumen unverändert zu belassen. Die gesunkene Wahrscheinlichkeit negativer Leitzinsen habe Aufwärtsdruck auf die Renditen ausgeübt. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen (0,48 Prozent; Stand: 09.02.2021) sollte sich in den nächsten sechs Monaten nur minimal verändern. (Zinsbulletin Februar 2021) (12.02.2021/alc/a/a)