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Großbritannien: Vollzieht die Bank of England die Zinswende?


06.10.21 10:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der trotz Freedom Day nur bescheidene Anstieg des BIP im Juli in Großbritannien um 0,1 Prozent zum Vormonat deutet darauf hin, dass die Erholungsrally deutlich an Dynamik verliert, so die Analysten von Postbank Research.

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei im September von 60,3 auf 56,3 Punkte gesunken, der für den Dienstleistungssektor von 55,0 auf 54,6 Punkte. Beide Indices würden sich immerhin noch deutlich im Wachstumsbereich befinden.

Unternehmen würden weiterhin Lieferengpässe und einen Mangel an verfügbaren Arbeitskräften beklagen. Augenscheinlich werde dies an der momentanen verbreiteten Benzinknappheit. Auch nach Beendigung der Arbeitsmarktunterstützung durch das Furlough Scheme dürfte die Arbeitskräfteknappheit anhalten.

Die Inflationsrate sei im August auf 3,2 Prozent gestiegen. Anhaltend hohe Lohnzuwächse von zuletzt 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr könnten auf nachhaltigeren Preisdruck hindeuten.

Aus dem geldpolitischen Komitee der Notenbank würden zunehmend Überlegungen für eine frühzeitigere Straffung der Geldpolitik an die Öffentlichkeit dringen. Nach Beendigung des Anleihenkaufprogramms im Dezember würden einige Marktakteure deshalb eine Zinssenkung für Q1 2022 einpreisen.

Deshalb und wegen des globalen Renditeanstiegs in den letzten Tagen seien auch die Renditen zehnjähriger britischer Staatsanleihen deutlich gestiegen. Auf Sicht von sechs Monaten könnten sie von aktuell 1,00 Prozent (Stand: 01.10.2021) auf knapp 1,28 Prozent ansteigen. (Ausgabe Zinsbulletin Oktober 2021) (06.10.2021/alc/a/a)