Großbritannien: Inflation belastet britische Verbraucher


13.06.17 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In Großbritannien steht heute die Inflation im Fokus, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Immer deutlicher werde bei der Preisentwicklung dabei die Auswirkung der Abwertung des Britischen Pfundes seit Ende 2015. Das schwächere Pfund habe zuletzt die Importe deutlich verteuert. Die Überwälzung der erhöhten Kosten für die Unternehmen auf den Verbraucher erfolge schrittweise, die Konsumentenpreise dürften vor diesem Hintergrund im Jahresverlauf 2017 weiteren Aufwärtsdruck erfahren. Im Mai würden die Analysten mit einem Anziehen der Inflation von 2,7% auf 2,8% gg. Vj. rechnen. Bei einem anhaltend schwachen Lohnwachstum drohe das Wachstum der Reallöhne in den negativen Bereich abzurutschen, was sich in den kommenden Monaten als Hemmschuh für den privaten Konsum erweisen sollte.

Im Vereinigten Königreich sei es ansonsten zu Wochenbeginn weiter um die "Nachwehen" des Wahlergebnisses vom vergangenen Donnerstag gegangen. Premierministerin Theresa May habe auch nach der Wahlschlappe betont, an den Plänen zum EU-Austritt festzuhalten. Man werde weiterhin keinem Abkommen zustimmen, welches Großbritannien schade. Zudem wolle May am angestrebten Zeitrahmen von zwei Jahren für die Verhandlungen mit der EU festhalten. Es bleibe jedoch abzuwarten, mit welchen konkreten Verhandlungspositionen die britische Regierung in die Austrittsverhandlungen mit der EU gehen werde.

Der britische "Brexit"-Minister David Davis wolle dabei nach eigenen Angaben am harten Kurs für den EU-Ausstieg festhalten. Ursprünglich sollten die EU-Verhandlungen am 19. Juni starten. An dem Tag sei in Großbritannien auch die traditionelle Parlamentseröffnung ("State Opening") und die Vorstellung des Regierungsprogramms für das folgende Jahr vorgesehen gewesen. Beide Termine könnten nun aber aufgrund der andauernden Verhandlungen der regierenden konservativen Partei mit der nordirischen DUP über eine Regierungskooperation "um einige Tage" verschoben werden.

Das Britische Pfund habe sich über diese Nachricht wenig amüsiert gezeigt und Kursverluste hinnehmen müssen. Der Euro habe zur britischen Valuta wieder über Notierungen von 0,88 GBP anziehen können. Gelinge der nachhaltige Sprung über das bisherige Jahreshoch vom Januar 2017 bei 0,8854 GBP, dürften dank der Auflösung einer seitlichen Schiebezone seit dem Jahresbeginn neue Aufwärtsimpulse aus Sicht der Einheitswährung freigesetzt werden. (13.06.2017/alc/a/a)