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Griechenland: Gewaltige Summen notleidender Kredite in den Bankbilanzen sollen abgebaut werden


15.11.17 11:15
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Griechenlands Industrieproduktion zeigt weiter nach oben und der Einkaufsmanagerindex für das Produzierende Gewerbe kletterte jüngst auf ein Neunjahreshoch, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".

Selbst die Einzelhandelsumsätze würden anziehen. Ungeachtet dessen seien die Wachstumsprognosen von EU und IWF für die kommenden Jahre alles andere als üppig. Nach einem etwas kräftigeren Wirtschaftswachstum von über 2% für 2018 würden für die folgenden vier bis fünf Jahre kaum mehr als 1 bis 2% p.a. prognostiziert. Schwer vorstellbar, um die Arbeitslosenrate von über 20% oder die grassierende Armut markant zu verringern - rund 40% aller griechischen Kinder würden inzwischen unterhalb der Armutsgrenze leben.

Immerhin würden die Banken bei der Bereinigung ihrer Bilanzen und der Stärkung ihrer Kapitaldecke weiter vorankommen. Rund 100 Mrd. Euro notleidender Kredite stünden in ihren Bilanzen, das entspreche rund 60% der jährlichen Wirtschaftsleistung. Sie würden die Kreditvergabe behindern und das Problem fehlender Investitionen für einen nachhaltigen breiten Konjunkturaufschwung verschärfen. Die EZB habe die IWF-Forderung nach einer neuerlichen großangelegten Überprüfung der Vermögenswerte griechischer Banken zwar abgelehnt, plane aber dafür einen eigenen Stresstest für griechische Banken im kommenden Jahr. Das Thema laste daher auch weiter auf dem Aktienmarkt; die Börse in Athen habe im Oktober nur ganz leicht zugelegt. (Ausgabe November 2017) (15.11.2017/alc/a/a)