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Globale Staatsanleihemärkte: Leichte Verluste im September


12.10.17 12:10
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Entwicklung am US-Staatsanleihemarkt war im September zweigeteilt, so die Experten von Union Investment.

Der Korea-Konflikt habe zunächst für eine geringere Risikoneigung der Anleger gesorgt. Mit den schweren Verwüstungen der Wirbelstürme seien zudem Sorgen bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung aufgekommen. Gegen Monatsmitte habe sich jedoch das Blatt gewendet. Einen wesentlichen Einfluss darauf habe vor allem die US-Notenbank FED gehabt. Wie erwartet hätten die Währungshüter auf ihrer turnusmäßigen Sitzung eine Reduzierung ihrer Bilanz beschlossen. Darüber hinaus werde die FED wohl auch weiter an der Zinsschraube drehen. Die dabei kommunizierte Entschlossenheit, die Leitzinsen weiter zu erhöhen, habe die Marktteilnehmer in ihrer Deutlichkeit überrascht.

Zunehmend werde zudem die künftige Besetzung des Offenmarktausschusses der FED ein Thema. Zum Monatsende sei ein etwas konkreterer Entwurfs zur Steuerreform veröffentlicht worden, mit dem Hoffnungen auf ein höheres Wachstum einhergegangen seien. US-Schatzanweisungen hätten im September (J.P. Morgan Global Bond US-Index) letztlich 0,9 Prozent an Wert verloren.

Europäische Staatsanleihen seien im September zunächst ebenfalls gefragt gewesen. Im weiteren Monatsverlauf hätten auch dort die Renditen wieder gezogen. Die Gründe hierfür seien vielfältig gewesen. Einerseits hätten insbesondere die Peripherieländer verstärkt neue Anleihen nach der Sommerpause emittiert. Andererseits hätten gute Konjunkturdaten und die Hoffnung auf einen Fiskalimpuls aus den USA belastet. Die Bundestagswahlen hätten zwar einige Überraschungen bereit gehalten, für ausländische Investoren sei das Wahlergebnis jedoch nur von untergeordneter Bedeutung gewesen. Ihnen habe die Tatsache genügt, dass Angela Merkel ihr Amt nicht verloren habe. Zum Monatsende habe die Marktteilnehmer das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien beschäftigt. Anleihen aus Spanien seien daraufhin leicht unter Druck geraten. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, hätten europäische Staatsanleihen im September 0,5 Prozent an Wert verloren.

Europäische Unternehmensanleihen hätten leichte Verluste von 0,2 Prozent hinnehmen müssen. Anleihen aus den Schwellenländern hätten den Monat unverändert beendet. Nach vorn gerichtet erwarten die Experten von Union Investment leicht steigende Renditen. (Ausgabe September 2017) (12.10.2017/alc/a/a)