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Geringe Inflation in China


12.01.21 11:50
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Nach einem kurzen Ausflug unter die Null-Prozent-Marke ist die Inflation in China Ende 2020 wieder in den positiven Bereich zurückgekehrt, so die Analysten von Postbank Research.

Wegen des kalten Wetters und höherer Erzeugerpreise hätten sich Nahrungsmittel im Dezember verteuert, sodass die Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich um 0,2 Prozent gestiegen seien. Außerhalb des Nahrungsmittelsektors seien die Verbraucherpreise allerdings konstant geblieben, was auf einen insgesamt geringen Preisdruck in China hindeute. In den kommenden Monaten sei eine eher gedämpfte Entwicklung der Nahrungsmittelpreise zu erwarten. Hierfür spreche neben dem Wegfall der wetterbedingten Effekte auch ein steigendes Angebot an Schweinefleisch. Der Preis für Schweinefleisch liege auch nach dem Abflauen der Schweinegrippe noch immer rund 90 Prozent über Vorjahr.

Es sei daher davon auszugehen, dass von diesem Sektor noch eine ganze Weile preisdämpfende Effekte ausgehen würden. Die Chinesische Zentralbank befinde sich dementsprechend in einer komfortablen Situation. Obwohl die Wirtschaft seit dem Ende des Lockdown im Frühjahr 2020 kräftig wachse und in vielen Bereichen inzwischen schon wieder das Vorkrisenniveau erreicht bzw. übertroffen habe, sei eine baldige Überschreitung des Inflationsziels unwahrscheinlich. Die Währungshüter dürften die Leitzinsen daher vorerst konstant halten. Der Euro/Renminbi-Wechselkurs sollte sich in den kommenden Monaten dementsprechend nicht allzu weit vom aktuellen Kursniveau entfernen. (12.01.2021/alc/a/a)