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Geldpolitische Divergenz zwischen Eurozone und den USA hat sich vergrößert


02.03.18 10:30
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wenn Ökonomen mit ihren Prognosen treffsicher sind, haben sie einen guten Job gemacht, sollte man meinen. Und genau das traf sowohl auf die wichtigen Daten von vorgestern als auch zu einem Gutteil auf diejenigen von gestern zu, so die Analysten der Deutschen Bank.

Sei es, dass es nur um die endgültigen Einkaufsmanager-Indices der Eurozone gegangen sei oder um die dortige Arbeitslosenquote - große Abweichungen von den Erwartungen seien ausgeblieben. Ähnliches lasse sich auch für die US-Seite sagen, wo nicht nur der von der US-Notenbank viel beachtete Preisindex des privaten Verbrauchs (PCE) in der Kernrate sowohl auf Jahressicht (+1,5 Prozent) als auch gegenüber dem Vormonat die mittleren Erwartungen der Volkswirte getroffen habe. Immerhin - und das dürfte Jerome Powells jüngste Prognosen unterstreichen - seien die Löhne im Monatsvergleich stärker als erwartet gestiegen. Am meisten dürften am gestrigen Handelstag jedoch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA, deren Werte häufig im Tagesgeschäft untergehen würden, selbst den FED-Chef überrascht haben. Mit einem Wochenplus (per 24. Februar) von nur 210.000 Anträgen habe es sich nämlich um den niedrigsten Wert seit Ende 1969 gehandelt.

Wer jedoch geglaubt habe, der US-Dollar würde wenigstens auf besser als erwartet ausgefallene Daten deutlich reagieren, habe sich spätestens getäuscht sehen müssen, nachdem auch noch die optimistisch stimmendenden Zahlen zum ISM-Einkaufsmanager-Index positiv überrascht hätten. Ziehe man bereits kurz Bilanz, so könne man zumindest die Worte Powells zum Wirtschaftswachstum mit Verweis auf steigende Einkommen verstehen, als er gestern vor dem Bankenausschuss des Senats den zweiten Teil seiner halbjährlichen Anhörung abgeliefert habe. Der FED-Chef mochte sich natürlich nicht festlegen, ob es nun in diesem Jahr tatsächlich vier Zinserhöhung geben wird, so die Analysten der Deutschen Bank. Eines hätten jedoch die vergangenen Tage deutlich gemacht: Die geldpolitische Divergenz zwischen der Eurozone (mit wenig überzeugenden Inflationsdaten) und den USA habe sich nach Ansicht vieler Beobachter vergrößert.

So gesehen halte sich der Euro im Rahmen seines Korrekturasts (in Richtung 1,2085/90) überraschend gut und wäre bereits oberhalb von 1,2305/10 sogar recht schnell aus dem Schneider. (02.03.2018/alc/a/a)