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Geldpolitik bleibt länger expansiv


01.09.20 09:39
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der vergangenen Woche gab es aus Washington eine wichtige Weichenstellung: Die US-Notenbank hat ihre geldpolitische Strategie geändert, so die Analysten der DekaBank.

Bisher habe sie das einfache Ziel gehabt, eine Inflationsrate von 2% anzusteuern. Nunmehr solle dieses Ziel über den Durchschnitt eines längeren Zeitraums verfolgt werden. Anlass für die Änderung seien die zu niedrigen Inflationsraten der vergangenen Jahre gewesen, die nun durch etwas höhere Raten in der Zukunft ausgeglichen werden dürften. Das bedeute eine noch längere Ausdehnung der expansiven Politik - mit ultraniedrigen Zinsen und hohen Geldmengen - als ohnehin bereits erwartet. Die Aktienkurse würden durch diesen Schwenk weiter unterstützt. Der US-Dollar dürfte durch die Strategieänderung nochmals leicht geschwächt werden.

Wie in den USA sei auch im Euroraum die Teuerungsrate sehr niedrig. Nur noch 0,1% würden für die in dieser Woche anstehende Veröffentlichung der Inflationsrate vom August erwartet. Daneben würden aus China und aus den USA wichtige Indikatoren zur weltweiten Konjunkturerholung kommen. In China würden die Stimmungswerte der Industrie signalisieren, dass die Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs bleibe - nicht zuletzt wegen des Ausbleibens einer zweiten Infektionswelle. In den Vereinigten Staaten werde der monatliche Arbeitsmarktbericht zwar wieder einen Stellenaufbau in Millionenhöhe ausweisen, die gesamtwirtschaftliche Erholung verlaufe allerdings nicht ganz so glatt wie beim asiatischen Konkurrenten. (Ausgabe vom 31.08.2020) (01.09.2020/alc/a/a)