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Geldpolitik: Australien bleibt locker


17.09.20 11:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Seit dem Jackson-Hole-Symposium ist das nun als Durchschnitt definierte Inflationsziel der FED in aller Munde, so Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden bei der Postbank.

In Australien sei das Ziel der Zentralbank jedoch schon seit 1996, "eine Inflationsrate von durchschnittlich zwei bis drei Prozent zu erreichen". Dieses Ziel sei bisher auch erreicht worden, seit 1996 liege die Inflation im Schnitt bei 2,4 Prozent. Allerdings habe die beharrliche Verfolgung des höheren Inflationsziels auch zu einem exzessiven Kreditwachstum und zu steigenden Immobilienpreisen geführt, weshalb sich die Zentralbank bereits seit 2016 besorgt über die Finanzstabilität zeige und sich seitdem mit geldpolitischen Lockerungen weitestgehend zurückhalte. Dadurch habe die Inflation im Durchschnitt der letzten fünf Jahre nur noch 1,6 Prozent betragen. Wenn sie ihr Inflationsziel langfristig erreichen wolle, werde die Notenbank diese Abweichung vom Zielwert jedoch trotz der Sorgen um die Finanzstabilität ausgleichen müssen. Die damit einhergehende anhaltend lockere Geldpolitik dürfte australische Staatsanleihen stützen, die bei zehnjähriger Laufzeit zudem eine vergleichsweise hohe Rendite von 0,92 Prozent bieten würden. (17.09.2020/alc/a/a)