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Geldmarkt: Notenbankentscheidungen ohne große Überraschungen


06.08.18 15:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Bank of Japan (BoJ) hat auf ihrer Sitzung Anfang letzter Woche lediglich kleinere Anpassungsprozesse bekannt gegeben und damit für Enttäuschung an den Märkten gesorgt, die tendenziell auf größere Veränderungen der geldpolitischen Agenda gesetzt hatten, so die Analysten der Nord LB.

Mit diesen geringen Anpassungen hätten die Analysten jedoch gerechnet. Zusätzlich sei beschlossen worden, dass die BoJ zukünftig größere Schwankungen um die Zielrendite der 10J Staatsanleihen als bisher zulasse und den Fokus der ETF-Aktienankäufe vom Nikkei 225 auf den Topix verschiebe, um eine erhöhte Stabilität zu erreichen. Neu sei außerdem, dass eine Forward Guidance eingeführt worden sei. Aus Sicht der Analysten dürfte daher mit größeren Veränderungen erst später im Jahr zu rechnen sein.

In den USA sei es, hier wenig überraschend, ebenfalls zu keinerlei größeren Anpassungen gekommen. Die FED habe ihr Leitzinsniveau auf dem vorherigen Stand belassen. Das Zielband für die FED Funds Target Rate bleibe somit bei 1,75% bis 2,00%. Die US-Notenbank habe jedoch eine kleine Veränderung im Wortlaut des FOMC-Statements vorgenommen und sehe nun ein starkes Wachstum. Somit stehe die Zentralbank der USA aktuell unter Anpassungsdruck. Die Analysten würden jedoch erwarten, bedingt durch die Verlangsamung des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte, dass lediglich eine weitere Anhebung des Leitzinses in diesem Jahr vollzogen werde. Dennoch habe die Inflationsentwicklung das Potenzial für eine geldpolitische Intervention der FED.

Die Bank of England (BoE) habe vergangene Woche wie erwartet eine Leitzinserhöhung auf 0,750% beschlossen. Andere Zielgrößen wie etwa die Ankaufsummen für Staats- und Unternehmensanleihen seien jedoch nicht angepasst worden. Auch dies habe für wenig Verwunderung gesorgt, die einstimmige Entscheidung der Notenbanker hingegen schon. Diese Nachricht könnte das Britische Pfund leicht stützen. Außerdem habe Notenbankchef Mark Carney bestätigt, dass weitere graduelle Anpassungen des Leitzinsniveaus geplant seien, um negativen Tendenzen vorzubeugen. Allerdings müsse der Brexit im Hinterkopf behalten werden, da dieser einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor für die geplante Geldpolitik darstelle. Der EONIA liege aktuell leicht unter der Marke von - 0,35% und der 3M-Euribor notiere zu Beginn dieser Woche bei -0,319%. (06.08.2018/alc/a/a)