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Geldmarkt: Kein neuer Handlungsdruck für die EZB


05.11.18 14:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nach vorläufigen Berechnungen des Europäischen Statistikamtes Eurostat ist die Inflationsrate auf der Verbraucherpreisstufe in der Eurozone in der breiten Abgrenzung im Oktober auf 2,2% Y/Y geklettert, so die Analysten der Nord LB.

Ausschlaggebend für den stärkeren Preisauftrieb sei vor allem die Verteuerung von Energie gewesen. Auch die Kernrate unter Herausrechnung von Energieträgern sowie Nahrungs- und Genussmitteln habe sich um zwei Nachkommastellen nach oben bewegt, sei aber mit 1,1% Y/Y in unverfänglichem Terrain verblieben. Für die EZB bestehe mit Blick auf die nun streng genommen schon seit Juni leicht oberhalb der Ziellinie liegenden Inflationsraten dennoch keine Veranlassung, bei ihrer sehr dosierten und vorsichtigen Hinwendung zu einem wieder etwas neutraleren geldpolitischen Kurs mehr aufs Tempo zu drücken. Zum einen sei absehbar, dass der Druck von den energiesensitiven Komponenten aufgrund von Basiseffekten perspektivisch geringer werde - je nachdem welche Einschätzung zu den Energierohstoffpreisen dem zugrunde liege. Zum anderen würden die sich mehrenden Indikationen für eine Abkühlung der Konjunkturdynamik auch nicht eben für eine verschärfte Gangart sprechen.

In dieses Bild würden Medienberichte passen, wonach die EZB neue Ausschreibungen von TLTROs offenbar in Erwägung ziehe. Gemessen an den 1Y1Y Eonia Forwards habe sich denn an der Erwartung der Geldmarktakteure, wonach die Notenbank überaus vorsichtig agieren werde, zuletzt wenig verändert. (05.11.2018/alc/a/a)