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An Geld mangelt es nicht


18.11.20 11:45
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der amerikanische Volkswirt Irving Fisher (1867 bis 1947) ist für eine ganze Reihe wirtschaftswissenschaftlicher Gleichungen berühmt geworden, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Nach seiner Quantitätsgleichung sei die in einem Jahr umgesetzte Geldmenge M multipliziert mit der Geldumlaufgeschwindigkeit V gleich der Produktion von Gütern und Leistungen Y multipliziert mit der Teuerungsrate P.

Somit: M x V = Y x P. Die monetäre Seite einer Volkswirtschaft spiegele sich in der fundamentalen. Danach seien Geldmenge M und Geldumlaufgeschwindigkeit V direkt proportional zu den konjunkturellen Aktivitäten einer Volkswirtschaft. Die Wirtschaft in diesem Jahr gleite in eine Rezession, Y sinke. Jetzt solle die Geldpolitik als Allheilmittel die Konjunktur wieder ankurbeln. Dadurch steige die Geldmenge infolge der eingeschlagenen Geld- und Fiskalpolitik. Die Umlaufgeschwindigkeit V bleibe zunächst noch gleich oder steige langsam an.

Bis zum Erreichen eines sich selbst tragenden Aufschwungs dauere es noch. Danach werde V wieder in altem Tempo steigen. Die Gleichung gehe dann aber nur auf durch eine steigende Teuerungsrate P. Man müssen sich also auch bei Genugtuung über die ultra-expansive Geldmenge und das Deficit Spending in Billionen Höhe darüber klar sein, dass das inflationär wirke. Die Börsen würden noch erheblichen Belastungen ausgesetzt sein, die sie weit vorwegnehmen müssten.

Infolge der pandemiebedingten Rezession sei die Geldumlaufgeschwindigkeit V stark gesunken. Auch die bis auf (fast) 0 gefallenen Leitzinsen und Rentenrenditen - in realer Rechnung sogar negativ - hätten hierzu beigetragen. Die Ausweitung der Geldmenge M2 sei dadurch weitgehend verpufft. Das Produkt M x V vermochte die Aktivitäten nicht anzeigen, so die Experten von "fairesearch".

Die FED habe die Geldmenge M2 in nur neun Wochen zwischen dem 9. März und 11. Mai um USD 2,3 Billionen ausgeweitet. In dieser Zeit seien in jeder Sekunde USD 425.000 in die Märkte gepumpt worden. In zehn Jahren sei die Geldmenge um USD 10 Billionen gestiegen. Was aber sei mit diesem Geldvolumen geschehen? Rationalisierungs- oder Erweiterungsinvestitionen seien vernachlässigt worden. Ein großer Teil entfalle auf quantitative Lockerungen, auf den Aufkauf von Anleihen an den Finanzmärkten. Unternehmen hätten die Situation genutzt, um eigene Aktien oder die von Konkurrenten aufzukaufen. Umschuldungen hätten den Schuldendienst verbilligt, usw. Die Geldumlaufgeschwindigkeit in den USA sei auf dem tiefsten Stand seit 60 Jahren.

Doch wenn die Geldumlaufgeschwindigkeit V wieder steige, was die Konjunkturforschungsinstitute bereits vorhersähen, könnten die in den Umlauf gebrachten Billionen zu einem Wertverfall der US-Währung führen. Doch jeder Investor frage sich an dieser Stelle, wohin werde das letzten Endes führen? Gebe es eine neue schwere Finanzkrise oder führe es zu mehr Inflation? Eine einzige Investition könne bei diesen beiden Alternativen ein positives Ergebnis bringen: Die Anlage in Gold.

Beispiele von Finanzkrisen, die zum Zusammenbruch ganzer Währungen geführt hätten, gebe es in der Geschichte genügend, angefangen von den römischen Denaren und Sesterzen, weiter zu den mittelalterlichen Münzrechten und den mittelitalienischen Banken, zum französischen Finanzminister John Law und der Mississippi Blase, der Tulpen-Hausse, der deutschen Inflation nach dem Ersten Weltkrieg bis zu den jüngsten Beispielen Argentinien, Venezuela, Zimbabwe und der Türkischen Lira. So könnte auch der Dollar durch die hohe US-Staatsverschuldung von fast USD 30 Billionen einen Werteverfall erleiden.

Die Börsen seien aktuell optimistisch und würden auf eine allmähliche Überwindung der Wirtschaftskrise setzen. Große Hoffnungen würden sich auf einen Impfstoff gegen die Pandemie richten. Die Konjunkturforschungsinstitute würden aber ein Erreichen des Vorpandemie-Niveaus nicht vor Ende 2021 erwarten. Langfristig Aktien halten, Edelmetalle jetzt kursgünstig zukaufen, so die Experten von "fairesearch". (18.11.2020/alc/a/a)