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Frontier Markets-Anleihen: Starkes Potenzial und geringe Anfälligkeit gegenüber steigenden US-Zinsen


07.11.17 12:00
NN Investment Partners

Den Haag (www.anleihencheck.de) - Das starke Wirtschaftswachstum, das die Grenzmärkte in den kommenden Jahren generieren dürften, lässt vermuten, dass dort emittierte Anleihen hervorragendes Potenzial bieten, so Marco Ruijer, Lead Portfolio Manager, Frontier Market Debt und Emerging Market Debt Hard Currency bei NN Investment Partners (NN IP).

Diese Anleihen seien zudem weniger anfällig für makroökonomische Entwicklungen im Zusammenhang mit steigenden US-Zinsen, da sie eine geringe Korrelation zu US-Staatsanleihen aufweisen würden und tendenziell eine kurze Duration hätten. Eine J.P. Morgan-Analyse historischer Daten von Januar 2006 bis Ende Oktober 2017 zeige, dass die durchschnittliche Korrelation von Anleihen aus den Grenzmärkten zu US-Staatsanleihen bei -0,10 und zu Schwellenländeranleihen in Hartwährung bei 0,22 liege.

Die Story der Grenzmärkte handle von Aufholen und Konvergenz. Diese Länder würden viele der Eigenschaften besitzen, die traditionelle Schwellenländer in den 1980er Jahren aufwiesen würden, als sie erstmalig als Anlageklasse entdeckt worden seien. Die meisten Grenzmärkte befänden sich in einem sehr frühen Stadium der wirtschaftlichen, politischen, finanziellen, institutionellen und unternehmerischen Entwicklung und hätten daher attraktive langfristige Perspektiven.

Der Wachstumsausblick für die Grenzmärkte sei mittelfristig recht gut und langfristig sehr gut. Die Mehrheit der 25 Volkswirtschaften, die in den vergangenen zehn Jahren am schnellsten gewachsen seien, seien Grenzmärkte gewesen. Für die Experten von NN IP sind El Salvador, Sri Lanka, Ecuador, Costa Rica und die Elfenbeinküste besonders interessant. Auch die afrikanischen und südasiatischen Länder sollten weiter schneller wachsen als andere Grenzmärkte. Der Internationale Währungsfonds prognostiziere für diese Volkswirtschaften ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 1,4 bis 14 Prozent in den nächsten fünf Jahren - gegenüber 1,7 Prozent Wachstum in den entwickelten Ländern.

Einer der wichtigsten Faktoren, der das höhere Wirtschaftswachstum in den Grenzmärkten unterstütze, sei ihr Bevölkerungswachstum. Es halte das Durchschnittsalter auf einem niedrigeren Niveau, und jüngere Bevölkerungen würden durch einen wachsenden Anteil an Erwerbstätigen, eine größere Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen und eine höhere Sparrate Potenzial für höheres und nachhaltiges Wachstum generieren. Das stehe im Gegensatz zu den entwickelten Volkswirtschaften, deren Bevölkerungen stagnieren oder schrumpfen würden.

Die Anerkennung des höheren potenziellen Wirtschaftswachstums und der vorteilhaften Demographie der Grenzmärkte werde an den großen ausländischen Direktinvestitionen in diese Länder deutlich. China investiere beispielsweise seit einigen Jahren in rohstoff- und infrastrukturbezogene Sektoren in Afrika. Zwar werde sich Chinas Wachstum vermutlich bis zum Jahresende leicht abschwächen. Trotzdem sei die Wachstumsdynamik weiter stark, und das Wachstum für das Gesamtjahr werde wahrscheinlich das Ziel der Regierung von 6,5 Prozent übertreffen. Das lasse vermuten, dass sowohl die Rohstoffpreise als auch ausländische Direktinvestitionen das Wachstum der Grenzmärkte weiter stützen würden. (07.11.2017/alc/a/a)