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Fokus der Rentenmärkte auf Entwicklungen in den USA gerichtet


09.01.18 09:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Benchmarkanleihen tendierten in den vergangenen beiden Wochen leicht aufwärts, so die Analysten der Nord LB.

Die Rendite zehnjähriger Bunds liege bei etwa 0,45%, die Rendite amerikanischer Treasuries bei knapp unter 2,50%. Der transatlantische Renditespread zehnjähriger Benchmarkanleihen notiere damit nahezu unverändert bei etwa 205 Basispunkten. Weiter zusammengelaufen sei dagegen der Renditespread in den USA zwischen kurz- und langlaufenden Papieren in der Erwartung weiterer Zinsanhebungen der Federal Reserve. Dagegen sei die Kurve in der Eurozone angesichts der zunächst noch abwartenden Haltung der EZB wenig verändert geblieben.

Der Fokus der Rentenmärkte werde sich auch in dieser Woche wieder auf die Entwicklungen in den USA richten: Neben einer Vielzahl an Auftritten von US-Notenbankern sei vor allem auf die Veröffentlichungen neuester Inflationsdaten und der Einzelhandelsumsätze zu achten. Dabei würden die Analysten angesichts des zu beobachtenden Ölpreisanstiegs mit moderaten Zuwächsen bei den Konsumentenpreisen rechnen. Sowohl die Jahresrate des Headline-Index als auch die der Kernrate dürfte bei 2,2% bzw. bei 1,7% verharren.

Neue Hinweise für die geldpolitische Ausrichtung würden diese Zahlen nicht liefern. Ähnliches gelte auch für die US-Einzelhandelsumsätze, die die Analysten mit einem Plus von 0,4% M/M erwarten würden. Darauf würden unter anderem die Zahlen zu den Fahrzeugabsatzzahlen deuten. Nach dem starken Vormonatsanstieg der Retail Sales von 0,8% M/M bleibe der private Konsum damit weiterhin sehr robust. Ob diese Zahlen aber die Renditen am langen Ende signifikant ansteigen lassen würden, bleibe nach den Erfahrungen der vergangenen Monate aber fraglich, als gute Konjunktursignale hauptsächlich dazu geführt hätten, das kurze Ende der US Zinsstrukturkurve ansteigen zu lassen.

Dort scheinen nun für 2018 zwei bis drei Zinsanhebungen der Federal Reserve eingepreist zu sein, so die Analysten der Nord LB. Weitere Hinweise für die geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank könnten in den kommenden Tagen die Zentralbanker in den angesetzten Vorträgen liefern. Hierbei werde für die Rentenmärkte insbesondere von Interesse sein, ob die einzelnen FOMC-Mitglieder zwei, drei oder vier Zinsanhebungen anpeilen würden. (Ausgabe vom 08.01.2018) (09.01.2018/alc/a/a)