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Fiskalische Impulse: Die Krücken fallen weg!


05.10.21 14:29
Generali Investments

Köln (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen Ausblick für das vierte Quartal rechnet Generali Investments damit, dass die massive politische Unterstützung, welche die Weltwirtschaft in den letzten 18 Monaten erfuhr, nun ein Ende hat. Für die Experten des Research Teams steht fest: Es ist an der Zeit die Krücken loszulassen!

Die Experten würden davon ausgehen, dass sich das Wachstum im zweiten Halbjahr 2021 erholen werde, wenn die vierte Covid-Welle abebbe und China seine Politik vorsichtig lockere. Die globalen Versorgungsengpässe würden sich jedoch als hartnäckig erweisen, und die steigenden Rohstoffpreise würden eine neue Bedrohung für die Verbraucheraussichten darstellen. Gegen dieses Risiko müsse man sich absichern.

Die globalen Konjunkturprogramme der letzten 18 Monate würden nachlassen, nicht zuletzt in den USA. Zudem seien die Zentralbanken dabei, die Anleihekäufe zu reduzieren. Auch wenn die Experten das erwartet hätten, schaffe die hartnäckige Inflation neue politische Unsicherheiten und mache die Märkte unbeständiger. Da sowohl bei der Beschäftigung als auch bei der Inflation in den USA Angebotsfragen im Vordergrund stünden, sei die Wirksamkeit der US-Geldpolitik fraglich.

Die Anleiherenditen würden sich von ihrem Einbruch diesen Sommer erholen. Die Experten würden weiteres Aufwärtspotenzial sehen. Selbstkorrigierende Mechanismen, wie die Bewertung von Vermögenswerten in Abhängigkeit von niedrigen Renditen sowie der hohe Verschuldungsgrad der Wirtschaft, würden die Entwicklung allerdings eindämmen. Die Experten würden eine Untergewichtung in Staatsanleihen halten und leicht Leerverkaufsposition minimieren. Sie seien der Ansicht, dass Kreditpapiere nach wie vor günstige Überschüsse mit geringer Volatilität böten, seien jetzt aber selektiver, insbesondere bei High Yield.

Die drei großen Rückenwinde für Aktien - Gewinnwachstum, Gelddruck und fiskalische Impulse - würden abflachen. Das gelte auch für die Renditen. Aktien würden die Experten jedoch im Vergleich zu Anleihen nach wie vor für günstig halten. Dabei konzentriere sich ihre Aktienübergewichtung stärker auf Europa und Japan gegenüber den USA. Zudem würden sie wieder zu einer stärkeren Ausrichtung auf Value-Titel zurückgehen, die vom Anstieg der Rohstoffpreise und Anleiherenditen profitieren sollten. (05.10.2021/alc/a/a)