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Fidelity: Wo finden Bondfans auskömmliche Renditen?


15.06.17 12:10
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Anleihen, intelligent eingesetzt, bringen Investoren höhere Renditen, so die Experten von "FONDS professionell".

Ein hochrangiger Fidelity-Experte erkläre, warum lange Laufzeiten vorteilhaft seien und wo Investoren noch Mehrrenditen finden würden.

Investoren möchten übermäßige Zinsänderungsrisiken tunlichst vermeiden, aber trotzdem höhere Rendite erzielen. Daher würden viele Rentenanleger ihre Kreditrisiken erhöhen und aus Gründen der Sicherheit zugleich die Duration verkürzen, also die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer ihrer festverzinslichen Anlage. Charles McKenzie, Chefanlagestratege für Anleihen bei Fidelity International, meine jedoch, dass Investoren nicht auf eine längere Duration verzichten sollten.

Eine Durationsverkürzung habe nämlich erhebliche Konsequenzen. Werde die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer spürbar reduziert, etwa durch eine Absicherung oder ein stärkeres Engagement bei Kurzläufern, verzichte der Anleger auf erhebliche Erträge. Denn Anleihen mit längeren Laufzeiten würden in der Regel höhere Renditen abwerfen, als solche mit kurzen Laufzeiten. So liege die Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen bei 0,25 Prozent, während die dreijährigen Pendants bei derzeit minus 0,72 Prozent lägen - also rund ein Prozent geringer.

"Darüber hinaus hat eine kürzere Duration eine spürbar höhere, positive Korrelation zwischen der Anleihe- und der Aktienkomponente eines Portfolios zur Folge. Da viele Anleger ihrem Portfolio Anleihen beimischen, mit denen sich das Risiko einer Aktienanlage gut diversifizieren lässt, büßen sie mit einer zu starken Reduzierung der Duration auch Diversifizierungsvorteile ein", erkläre McKenzie.

Charles McKenzie, Chefanlagestratege für Anleihen bei Fidelity International, verrate, wie clevere Anleihe-Investoren jetzt handeln würden:

Global denken: Laut McKenzie sollten Anleger unbedingt global denken und sich nicht nur auf ihren Heimatmarkt verlassen. Rund um die Welt würden sich die Volkswirtschaften und Regionen in unterschiedlichen Phasen des Konjunkturzyklus befinden. Diesen Vorteil könnten Anleger nutzen, indem sie nicht nur in ihrem Land, sondern auch in anderen Regionen anlegen würden. "Zurzeit finden wir beispielsweise gute Anlagechancen an den Zinsmärkten in den USA und Australien, wo sich globale und länderspezifische Faktoren günstig auf Positionen mit langer Duration auswirken."

Nicht nur in Staatsanleihen: Attraktive Chancen würden sich laut McKenzie im gesamten Festzinsuniversum finden. Dabei komme der richtigen Titelauswahl eine entscheidende Rolle zu. "Momentan werden Anleger bei Unternehmensanleihen mit einer Mehrrendite für das mit ihnen verbundene Kredit- und Ausfallrisiko gebührend entschädigt. Besonders interessant sind aktuell Investment-Grade-Anleihen. Durchwachsener sieht es bei Hochzinsanleihen mit Ratings von BB bis CCC aus. Nach ihrer exzellenten Wertentwicklung im letzten Jahr ist die Anlageklasse aktuell nicht mehr ganz so attraktiv wie noch vor zwölf Monaten."

Auf die Teuerung achten: Sogenannte "Inflation-Linker" würden nach Ansicht McKenzies häufig stiefmütterlich behandelt. Dabei lasse sich das Risiko eines Anleiheportfolios über eine Anlage in reale und an die Inflation gekoppelte Vermögenswerte breiter streuen. Bislang deute wenig auf einen kräftigen Anstieg der nach wie vor niedrigen Teuerungsrate hin. "Aber inflationsgeschützte Anleihen bieten einen gewissen Schutz, sollte sich der Preisauftrieb unerwartet stark beschleunigen." (15.06.2017/alc/a/a)