Erweiterte Funktionen

Federal Reserve und BIP-Wachstumsdaten im Fokus


27.07.20 12:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Ein Blick auf den Datenkalender lässt erkennen, dass es - neben der US-Notenbanksitzung - eine Woche vor allem der Bekanntgaben neuer BIP-Wachstumszahlen wird, so die Analysten der Nord LB.

Für Deutschland und die USA stünden am Donnerstag, für Frankreich, Italien, Spanien und Euroland am Freitag die Wachstumswerte für das zweite Quartal an. Lange sei darüber diskutiert worden, wie katastrophal das abgelaufene Quartal im Zuge der Corona-Krise ausfallen dürfte, in den nächsten Tagen würden dazu erste Ergebnisse auf den Tisch gelegt. In Deutschland würden die Analysten von einem Wachstumseinbruch von -8,5% Q/Q ausgehen, die Jahresrate dürfte auf -10,4% fallen. Für die USA würden sie einen Rückgang um -30% Q/Q (ann.) erwarten, sodass die Jahresrate auf -8,7% zurückgehen sollte.

Diesen schlimmen Zahlen am Donnerstag würden am Freitag jene für die Eurozone folgen, wo das BIP um -11,6% Q/Q bzw. -14,5% Y/Y sogar noch viel deutlicher einbrechen dürfte. Für den Blick voraus müssten weiterhin die Fallzahlen sowie die Real-Time-Tracker (wie Daten zu Mobilität, Restaurantbesuchen, Hotelbuchungen, ...) im Auge behalten werden. Auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus den USA könnten frühzeitig Signale liefern - zuletzt seien diese erstmals seit März wieder angestiegen. Das dürfte wohl auch in dieser Woche nochmals der Fall sein. Mit insgesamt weniger starken US-Konjunkturzahlen müsse wohl für den Berichtsmonat Juli gerechnet werden.

Am Mittwoch tage zudem bereits die Federal Reserve. Diesmal scheinen die Erwartungen für Neuerungen minimal zu sein: Im FOMC-Statement dürfte einerseits angemerkt werden, dass sich zuletzt die Makrodaten erfreulicherweise verbesserten, dass gleichzeitig angesichts hoher Infektionszahlen die Erholung aber ins Stocken geraten könnte. Man werde zudem wieder genau auf die Worte Jerome Powells auf der Pressekonferenz achten müssen. Während das kurze Ende der Zinskurve festgezurrt zu sein scheine, dürfte das lange Ende bestimmt bleiben von der Nachrichtenlage. Jeder deutliche Renditeanstieg sollte aber zunächst begrenzt bleiben.

Erst perspektivisch würden die Analysten ein leichtes Anziehen der Renditen auf Sicht von sechs und zwölf Monaten sehen, wenn sich die Lage zunehmend stabilisiere. Ein wirksames Medikament und vielleicht auch ein Impfstoff könnten "Game-Changer" werden. (27.07.2020/alc/a/a)