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Fallen Angels oder Rising Stars - eine Alternative für jedes Szenario


18.11.21 13:41
BNY Mellon IM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - In diesem Jahr sind in den USA bisher nur neun Unternehmen im Wert von 9,7 Milliarden US-Dollar von Investment Grade auf High-Yield herabgestuft worden - so genannte Fallen Angels, so die Experten von BNY Mellon Investment Management.

Das Potenzial dieser Anleiheklasse sei jedoch weiterhin groß, sage Paul Benson, Head of Fixed Income Efficient Beta bei Insight Investment, einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management. Benson erkläre, wie viele Unternehmen mit guter Bonität vor einer Abwertung stünden und wie die Aussichten es für "Fallen Angels" sowie für ihre Gegenstücke, die "Rising Stars", stünden - Unternehmen, die vom High-Yield-Status wieder auf Investment-Grade heraufgestuft würden.

Von mehr als sechs Billionen US-Dollar an Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating seien derzeit mehr als 900 Milliarden US-Dollar mit BBB- bewertet - nur eine Stufe über Hochzinsanleihen. Und: Etwa 143 Milliarden US-Dollar an Unternehmensanleihen würden von einer Rating-Agentur bereits als hochverzinslich eingestuft. Dadurch bestehe die Gefahr, dass sie nicht mehr für Investment-Grade-Indizes in Frage kommen würden, wenn eine andere Agentur sie ebenfalls herabstufe. Darüber hinaus könnten die derzeitigen Lieferengpässe und die steigenden Zinskosten für Unternehmen mit aufgeblähten Bilanzen und hohem Verschuldungsgrad zu mehr Herabstufungen führen.

Zwar sei es unwahrscheinlich, dass der Markt für "gefallene Engel" noch einmal so viel besser als der Hochzinsmarkt abschneiden werde wie im Jahr 2020. Interessant sei jedoch, dass die Fallen Angels 2021 trotzdem höhere Renditen als der breite Hochzinsmarkt erzielt hätten. Das decke sich mit der Historie: In einem rollierenden 5-Jahres-Zyklus, der bis zur Einführung des Fallen Angel-Index im Jahr 2004 zurückreiche, hätten gefallenen Engel den breiten US-Hochzinsmarkt in jedem einzelnen Jahr übertroffen.

Das größte Risiko für das Anleihesegment seien steigende Zinsen. Aufgrund der höher als erwartet ausgefallenen Inflation wachse die Sorge, dass sich steigende Zinsen negativ auf die Renditen auswirken würden. Ein Trost: Sowohl der Bloomberg US High Yield Fallen Angel 3% Capped Index (FA-Index) als auch der breite High-Yield-Index hätten seit Oktober 2004 in allen Marktphasen positive Gesamtrenditen geliefert.

Anleihen, die vom Hochzinsanleihen-Status in den Investment-Grade-Bereich hochgestuft würden - sogenannte Rising Stars - seien Anlegern oft weniger bekannt, würden aber ebenfalls interessante Investmentgelegenheiten bieten. Die Experten würden erwarten, dass mit Erholung der Wirtschaft die "Rising Stars" zunehmend in den Fokus von Anlegern rücken würden. Solche aufstrebenden Unternehmen seien in einem stärkeren wirtschaftlichen Umfeld in der Regel zahlreicher, da steigende Einnahmen oder der Verkauf von Vermögenswerten es Hochzinsunternehmen ermöglichen würden, ihre Verschuldung abzubauen. In der Vergangenheit sei der Index für "Fallen Angels" deutlich stärker durch "Rising Stars" geprägt gewesen als der breite Hochzinsmarkt.

Ergo: Es sei nach wie vor ein guter Zeitpunkt, um am Anleihemarkt in gefallene Engel zu investieren. Einerseits gebe es aufgrund der beschriebenen wirtschaftlichen Unsicherheiten Potenzial für weitere Herabstufungen. Falls sich aber die Wirtschaft weiter erholen sollte, könnten wiederum die "Rising Stars" eine attraktive Alternative sein - Anleger hätten die Option - so oder so. (18.11.2021/alc/a/a)