FOMC dürfte am Fahrplan für Zinserhöhung im Dezember festhalten


01.11.17 10:38
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach der EZB sind in dieser Woche die FED und BoE am Zug, so die Analysten der Helaba.

Das FOMC dürfte mit Blick auf Vollbeschäftigung, robustes Wachstum sowie die Inflation unterhalb der Zielmarke von 2 Prozent am Fahrplan für eine Zinserhöhung im Dezember festhalten und heute nochmals die Füße stillhalten. Wichtiger für die Märkte sei ohnehin die Frage, wer die Nachfolge von Janet Yellen antrete und welche Implikationen sich daraus für die künftige Geldpolitik ergeben würden.

Die Bank von England müsse sich ungleich schwierigeren Voraussetzungen stellen. Das stärkere Wachstum und Inflationsraten um 3% würden eine Zinserhöhung bereits in dieser Woche sehr wahrscheinlich machen.

In der Eurozone bleibe der Preisauftrieb dagegen verhalten. Nach vorläufigen Schätzungen hätten die Verbraucherpreise im Oktober bei 1,4%, im Kern nur bei 0,9% gegenüber dem Vorjahr gelegen. Die Wachstumszahlen des dritten Quartals (0,6%/2,5%) würden aber einmal mehr überzeugen.

Die "Flucht" katalonischer Regierungsvertreter inklusive des früheren Regierungschefs Puigdemont nach Belgien sorge an den Märkten dagegen eher für Unverständnis, bringe Anleger aber nicht aus dem Gleichgewicht.

Bundesanleihen hätten die kräftigen Kursgewinne in den Monatsultimo hinein verteidigen können. Ultralange Laufzeiten hätten den indexgewichteten Laufzeitverlängerungen geschuldet in der Gunst der Anleger ganz oben gestanden. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,75%) und Belgien (0,60%) hätten gegen Bunds knapp einen BP aufgeholt.

Nach Absetzung der Regierung in Barcelona und Ankündigung von Neuwahlen am 21. Dezember würden Anleger besonnen reagieren. An den Bondmärkten der EU-Peripherie sei die Risikobereitschaft signifikant gestiegen. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1,45%), italienischer (1,81%) und portugiesischer Bonds (2,04%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2,1 bzw. 2 BP ermäßigt.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen infolge positiver Stimmungsindikatoren wieder leicht gestiegen. Das Verbrauchervertrauen des Conference Board sei überraschend stark von 120,6 auf 125,9 Punkte geklettert, der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago (66,2 nach 65,2) liefere entgegen den Annahmen der Analysten ausgesprochen robuste Vorgaben für den heute anstehenden ISM-Index. In Fernost würden US-Treasuries angesichts sehr freundlicher Vorgaben von den Aktienbörsen etwas nachgeben.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (162,68) und Bobl-Kontrakt (131,75) hätten 3 bzw. 5 Stellen verloren, der Schatz (112,265) sei einen Tick niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,36% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 111 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden 3 BP höher bei 2,39% rentieren. Der Euro verbillige sich auf 1,164 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 54,8 Dollar.

Zur Wochenmitte liefere der ADP-Report (200K) eine letzte wichtige Indikation für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe (59,5 nach 60,8) sollte trotz des erwarteten Rückgangs den robusten Wachstumsausblick nicht in Frage stellen. Vergleichszahlen aus Großbritannien (55,9) sowie die PKW-Absätze in den USA (17,5 Mio.) würden den Datenkranz komplettieren.

Am Primärmarkt versteigere Frankreich am Donnerstag Staatsanleihen mit Fälligkeiten in 2028, 2031 und 2048 im Volumen von 7,5 bis 8,5 Mrd. Euro. Spanien sei gleichtägig mit 5-, 10- und 23-jährigen Anleihen im Volumen von 3,5 bis 4,5 Mrd. Euro unterwegs. Griechenland plane einen Anleihetausch im Volumen von 29,7 Mrd. Euro aus 20 Bonds von 2012 in 5 neue Festzins-Anleihen. (01.11.2017/alc/a/a)





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