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Das FOMC bleibt im Fokus des Devisenmarktes


07.06.21 12:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Nachricht, dass die US-Notenbank ihr im Rahmen des Kaufprogramms von Unternehmensanliehen aufgebautes Portfolio von Corporate Bonds nun möglichst marktschonend abbauen will, ist am Devisenmarkt als stützend für die Währung der Vereinigten Staaten interpretiert worden, so Dr. Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB.

Auch wenn die FED ihrer Entscheidung keine größere geldpolitische Bedeutung beimessen wolle, hätten Marktteilnehmer im FX-Segment in dieser Nachricht dennoch einen zumindest dezenten Hinweis auf eine bevorstehende signifikantere Anpassung der Ausrichtung des FOMCs gesehen. Im Rahmen dieser Bewegung sei zwischenzeitlich die psychologisch wichtige Marke von 1,21 USD pro EUR ins Blickfeld gerückt. Die dann gemeldeten Zahlen zur Beschäftigungssituation in den USA hätten den Dollar zum Abschluss der vergangenen Woche wieder etwas belastet. Außerhalb der Landwirtschaft seien im Mai lediglich 559.000 zusätzliche Stellen entstanden. Vor allem aufgrund der Angaben des Personaldienstleisters ADP hätten die Marktteilnehmer einen stärkeren Aufbau von neuen Beschäftigungsverhältnissen erwartet.

Rein numerisch betrachtet spreche diese Entwicklung gegen den baldigen Start einer internen Diskussion über eine Neuausrichtung der US-Geldpolitik. In der Tat mögen die aktuellen Zahlen eine gewisse psychologische Bedeutung für die FED haben, so die Analysten der NORD/LB. Allerdings behindere offenbar vor allem ein Mangel an Personal eine noch zügigere Besserung der Beschäftigungssituation in den USA. Die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, die sich durch die Geldpolitik in gewissem Umfang steuern lasse, scheine in den Vereinigten Staaten weiterhin sehr stark zu sein, das Problem seien eindeutig Mangelerscheinungen, die offenkundig zunehmend auch das Personal betreffen würden. Entsprechend würden sich Hinweise auf anziehende Lohnkosten der Unternehmen ergeben, was natürlich Implikationen für die Inflationsentwicklung in den USA haben könne.

Insofern seien die Zahlen vom US-Arbeitsmarkt am aktuellen Rand für das FX-Segment besonders schwierig zu interpretieren. In jedem Fall würden die aktuellen Angaben zur Entwicklung der US-Konsumentenpreise in diesem Umfeld eine ganz besondere Bedeutung erhalten, wobei der Devisenmarkt zweifellos einen weiteren Anstieg der Jahresrate - also ein sehr realistisches Szenario - einpreisen dürfte. Grundsätzlich dürfte die US-Geldpolitik in den kommenden Monaten eher für die US-Währung sprechen.

Zudem sei in dieser Woche natürlich auf die EZB-Sitzung zu achten. Auch die Stimmungsindikatoren des ZEW könnten eine Bedeutung für das Marktgeschehen im FX-Segment haben. (Ausgabe 22 vom 07.06.2021) (07.06.2021/alc/a/a)