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FOMC-Sitzung: Einstieg in graduelle Zurückführung der FED-Anleihebestände erwartet


14.09.17 09:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Vorfeld der FOMC-Sitzung in der nächsten Woche sind insbesondere die Preisentwicklungen von hohem Interesse, so die Analysten der Helaba.

Zwar würden die Analysten nicht mit der Möglichkeit einer Zinserhöhung rechnen, wohl aber mit dem Einstieg in eine graduelle Zurückführung der Anleihebestände der FED. Im Hinblick auf das Marktgeschehen richte sich die größere Aufmerksamkeit auf Signale des FOMCs in Richtung weiterer Zinsschritte, denn die Geldmarktfutures würden bis Ende des kommenden Jahres bisher lediglich einen weiteren Zinsschritt einpreisen. Zwischenzeitlich sei sogar dies nicht zu 100% eskomptiert gewesen. Vor dem Hintergrund der weiterhin sehr guten Arbeitsmarktverfassung (die Zahl der offenen Stellen sei laut JOLTS auf ein Rekordhoch gestiegen) sollte ein Ansteigen des Lohndrucks mit entsprechender Wirkung auf die Zinspolitik nicht ausgeschlossen werden.

Zunächst würden die Preisentwicklungen aber noch als moderat zu bezeichnen sein, denn der Anstieg der Jahresinflationsrate dürfte den im Vergleich zum Juli erhöhten Benzinpreisen geschuldet sein. Mit den Septemberdaten könnte sich dieser Effekt nochmals verstärken, denn die Hurrikan-Saison sorge für Produktionsausfälle der Raffinerien am Golf von Mexiko und einen deutlichen Preisschub. Aufgrund der volatilen Entwicklung würden die US-Notenbanker traditionell den Blick auf die Kern-Verbraucherpreise lenken. Hier werde sich wohl kein akuter Handlungsdruck ergeben, denn ein Basiseffekt wirke dämpfend auf die Jahresrate. Das erwartete Szenario eines Pausierens im Zinszyklus werde somit unterstützt. Es gelte aber zu beachten, dass die Perspektiven für eine mittelfristig erhöhte Kernrate bestehen bleiben würden und somit die Wiederaufnahme von Zinserhöhungen im Jahr 2018 wahrscheinlich sei.

Notenbankentscheidungen stünden heute bereits in der Schweiz und in Großbritannien an. Eine unmittelbare Reaktion der Bank von England würden die Analysten gleichwohl nicht erwarten. Das jüngst durch Zinserwartungen gestärkte Pfund könnte somit temporär unter Druck geraten. Ohne Veränderungen des monetären Expansionsgrades sollte auch die SNB-Sitzung enden. Im Hinblick auf die Währungsentwicklung wäre eine Straffung kontraproduktiv, halte die SNB den Franken doch weiterhin für überbewertet. (14.09.2017/alc/a/a)