FOMC-Protokoll dürfte etwas mehr Aufschluss über Stimmungslage zum Thema “Inflation“ geben


11.10.17 08:41
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Mit Beginn der Herbsttagung von IWF und Weltbank stellt der IWF traditionell den World Economic Outlook vor, so die Analysten der National-Bank AG.

Im Vergleich zur letzten Prognosen seien die aktuellen Wachstumsschätzungen für die Weltwirtschaft für 2017 und 2018 leicht erhöht worden, was vor allem auf die verbesserten Wachstumsaussichten im Euroraum sowie zu einem geringeren Maße auf die Erwartungen an Emerging Europe und die asiatische Region zurückzuführen sei. Die Wachstumserwartungen an die USA seien dagegen gesenkt worden. Zugleich sehe der IWF weiterhin erhebliche Risiken, was den IWF-Chefvolkswirt dazu bewogen habe, Strukturreformen sowie eine anhaltend lockere Geld- sowie Unterstützung durch die Fiskalpolitik zu fordern. Trotz verbesserte Wachstumsaussichten bleibe der IWF zurückhaltend.

Gerade vor dem Hintergrund der Forderung nach Unterstützung durch die Geldpolitik bleibe der Blick auf die FED spannend. Schließlich werde heute das Protokoll der letzten Tagung des FOMC veröffentlicht. Zum einen würden die Investoren etwas zur Diskussion rund um das Bilanzabbauprogramm erfahren. Zum anderen und das sei der erhebliche interessantere Teil des Protokolls, dürfte es durchaus erheblich divergierende Aussagen der einzelnen FOMC-Mitglieder zum Thema "Inflation" geben. Schließlich hätten zahlreiche US-Notenbanker nach der Septembertagung ihre Zweifel an der These geäußert, die geringe Teuerungsdynamik sei nur ein temporärer Faktor zurückzuführen. Trotz bspw. des deutlichen Anstiegs der durchschnittlichen Stundenlöhne im September könnten die Aussagen im FOMC-Protokoll dafür sorgen, dass die Wahrscheinlichkeit für einen nächsten Leitzinsschritt im Dezember aus Investorensicht wieder geringer werde. Letztlich sei das FOMC-Protokoll abgesehen von endgültigen Konsumentenpreisdaten aus Spanien für den September das konjunkturelle Highlight des Tages.

Spanien werde ein weiteres Diskussionsthema bleiben. Die Regionalregierung habe die formale Erklärung der Unabhängigkeit Kataloniens zu Gunsten von einem Gesprächsangebot verschoben. Das dürfte erst einmal für etwas Entspannung an den Kapitalmärkten sorgen und die Bundkurse heute Morgen unter Druck geraten lassen. Ob die Regierung in Madrid zu der Unabhängigkeitsfrage jedoch kompromissbereit sein werde, dürfe bezweifelt werden. Letztlich könne die katalonische Regionalregierung jederzeit die Unabhängigkeit erklären. Mit dieser Drohung im Rücken dürfte es schwer fallen, konstruktive Gespräche zu führen. Die politischen Probleme Spaniens würden also auf der Agenda bleiben. Auch der Bankensektor in Spanien sei alarmiert. Die unerwartet hohe Inanspruchnahme des EZB-Tenders solle vor allem auf die Nachfrage nach Liquidität durch spanische Banken verursacht worden sein.

Daneben sollte man die scheinbar aus den Augen verlorene Auseinandersetzung (es würden Tweets des US-Präsidenten fehlen) zwischen den USA und ihren Verbündeten mit Nordkorea beachten. Nach Medienberichten solle sich der US-Präsident über zahlreiche Optionen im Umgang mit Nordkorea informieren lassen. Verhandlungslösung sollten nicht unbedingt dazu gehört haben.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte aufgrund der Vorgaben aus Asien sowie der scheinbaren Entspannung in Spanien schwächer in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,60 und 162,00 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries dürfte heute zwischen 2,29 und 2,41% schwanken. (11.10.2017/alc/a/a)





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