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FOMC: Nun Beschlussfassung zur Bilanzverkürzung


15.09.17 15:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In der kommenden Woche finden Tagungen der Notenbanker aus USA sowie Japan statt, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer gelte hierbei voll und ganz der FOMC-Sitzung der US-Währungshüter. Die Ankündigung zum Startschuss der Bilanzverkürzung mit Beginn des vierten Quartals dürfte verkündet werden. Die Reinvestitionen fälliger Zins- und Rückzahlungen im monatlichen Volumen von 6 Mrd. USD für Staatsanleihen bzw. im Volumen von 4 Mrd. USD für MBS-Papiere würden wohl ausgesetzt. Der monatliche Betrag dürfte dann mit Beginn des kommenden Jahres auf 12 Mrd. USD bzw. 8 Mrd. USD ansteigen und zwölf Monate nach den Beginn der Bilanzverkürzung die maximale monatliche Grenze von 30 Mrd. USD bzw. 20 Mrd. USD erreichen.

Bei den makroökonomischen Projektionen und den von den FOMC-Mitgliedern unterstellten Leitzinsniveaus würden die Analysten im Vergleich zur den Juni-Schätzungen keine signifikanten Abänderungen erwarten. Insbesondere im Median dürften die Währungshüter weiter noch an einer Leitzinserhöhung in diesem Jahr und drei Anhebungen in 2018 festhalten. Kurzfristig könne zwar zum einen durch die Wirbelstürme die Produktionstätigkeit deutlich leiden. Aber ihr Einfluss auf das BIP und die Beschäftigungsentwicklung sei üblicherweise begrenzt. Zum anderen habe sich der PCE-Deflator seit Februar kontinuierlich abgeschwächt - die Kernrate habe zuletzt nur noch bei 1,4% in der Jahresrate gelegen.

Viele FOMC-Mitglieder, so das jüngste Protokoll, würden von einem längeren Unterschreiten des 2%-Inflationsziels ausgehen. Andererseits bleibe bei anderen Währungshütern die Sorge, dass es sich nur um eine Zeitfrage handle, bis die niedrige Arbeitslosenquote für einen kräftigen Inflationsdruck sorge. Die Verfechter dieser Meinung würden sich daher dafür aussprechen, die sehr expansive Geldpolitik zeitnah weiter zurückzufahren. Tatsächlich habe sich die Arbeitslosenquote zuletzt mit 4,4% im Bereich der Zielzone für "Vollbeschäftigung" befunden. Dennoch hätten die durchschnittlichen Stundenlöhne zuletzt nur bei 2,5% in der Jahresrate gelegen - noch vor einem Jahr sei das Lohnwachstum mit 2,8% ausgeprägter gewesen.

Die Analysten würden daher mit keiner kräftigen Änderung beim Kerndeflator des privaten Verbrauchs rechnen. Im vierten Quartal 2018 sollte er bei 1,6% in der Jahresrate liegen. Vor diesem Hintergrund dürfte der Fokus der Geldpolitik vor allem auf die Rückführung ihrer Bilanzsumme beschränkt sein. Die Analysten würden daher davon ausgehen, dass die FED im Dezember 2017 und dann nur noch ein weiteres Mal im ersten Quartal 2018 den Leitzins um jeweils 25 BP erhöhen werde.

In der kommenden Woche würden mit den ZEW-Daten und den Einkaufsmanagerwerten sowohl für Deutschland als auch für die Eurozone wichtige Vorlaufindikatoren veröffentlicht. Im Grundtenor sei mit weiterhin robusten Niveaus zu rechnen. Aber die Vormonatswerte würden nach Erachten der Analysten doch leicht unterschritten und damit einen Hinweis abliefern, dass das Wachstumsmomentum in Deutschland und im gesamten Euroraum im zweiten Halbjahr 2017 etwas niedriger als im ersten Halbjahr 2017 ausfallen werde.

Am Freitag dürfte die britische Premierministerin Theresa May mit ihrer Rede in Florenz Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Man rechne damit, dass sie sich zum Stand und den Perspektiven der "Brexit"-Verhandlungen mit der EU äußere. Es bleibe abzuwarten, ob hierdurch bei den beiden Gesprächsrunden zwischen Großbritannien und der EU am 25. September und 9. Oktober substanzielle Fortschritte erzielbar seien. Zuletzt habe nichts mehr dafür gesprochen, dass die Gespräche über die zukünftige Beziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU schon im Oktober auf die Tagesordnung gesetzt würden. (15.09.2017/alc/a/a)