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FOMC-Mitglieder bereiten den Markt auf nächste Zinsanhebung im Dezember


09.10.17 10:20
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die relevanten US-Datenveröffentlichungen der nächsten Tage stehen am Donnerstag und Freitag an, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Die Verbraucherpreise dürften im September gegenüber dem Vormonat bereinigt um saisonale Effekte um 0,7% gestiegen sein. Ursächlich für den stärksten monatlichen Preisanstieg seit Juni 2009 sei der starke Anstieg der Kraftstoffpreise im letzten Monat in Folge der Hurrikans Harvey und Irma. So seien die Benzinpreise gegenüber August um knapp 11% geklettert. Saisonal üblich sei dagegen ein Rückgang um rund 1% p.m. Saisonbereinigt sollte sich damit ein Plus von rund 12% ergeben. Bei einem Gewicht von Kraftstoffen am Warenkorb von 3,3% würden diese damit alleine schon 0,45 Prozentpunkte zum erwarteten Anstieg des Verbraucherpreisindex beitragen. Für die Kernrate, also die Verbraucherpreise ohne Energie und Nahrungsmittel, rechnen die Analysten der RBI mit einem Zuwachs von 0,2% bis 0,3% p.m. Die Inflationsrate, sprich die Vorjahresrate des Verbraucherpreisindex, dürfte auf 2,3% ansteigen.

Die Einzelhandelsumsätze hätten im August mit einem Rückgang um 0,2% p.m. enttäuscht. Für September dürfte nun ein kräftiges Plus ausgewiesen werden. Zum einen dürfte sich der starke Preisanstieg bei Kraftstoffen bemerkbar machen, zum anderen dürfte infolge der Hurrikans Harvey und Irma aber auch real deutlich mehr gekauft worden sein. In weiten Teilen Texas und Floridas hätten schließlich Zehntausende Menschen ihre Wohnungen und Häuser - wenn auch nur mit dem Nötigsten - neu einrichten müssen. In nominaler Rechnung gehen die Analysten der RBI daher von einem Zuwachs beim Einzelhandelsumsatz von 1,0% p.m. aus.

Die Wortmeldungen von FOMC-Mitgliedern hätten in den vergangenen Tagen den Markt weiter auf eine nächste Zinsanhebung im Dezember vorbereitet. Das Protokoll zur Zinssitzung vom 20. September werde am Mittwoch zusätzliche Informationen zum Stimmungsbild unter den Entscheidungsträgern enthalten. Aus Sicht der Analysten der RBI ist eine Erhöhung des Leitzinsbandes zwar keine ausgemachte Sache, aber doch sehr wahrscheinlich. Immerhin würden die Konjunkturfrühindikatoren - allen voran die ISM-Indices - ein Anziehen des Wirtschaftswachstums signalisieren. Am Markt werde die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinsanhebung bei rund 80% gepreist. Sollten sich also die Hinweise für einen Zinsschritt zu Jahresende in den nächsten Wochen weiter verdichten, so würde sich der unmittelbare Aufwärtsdruck bei der Rendite von US-Treasuries in Grenzen halten. Die Analysten der RBI bleiben bei ihrer "halten"-Empfehlung für zwei- und zehnjährige Laufzeiten. (Ausgabe vom 06.10.2017) (09.10.2017/alc/a/a)