FOMC-Entscheidung am Mittwoch: Erhöhung des Zielbandes für FED Funds so gut wie sicher


12.06.17 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die neue Woche wird von Entwicklungen in den USA bestimmt, berichten die Analysten der Helaba.

Unbestrittenes Highlight dürfte die FOMC-Entscheidung am Mittwoch sein, aber auch regionale Stimmungsindikatoren, diverse Preiszahlen und Einzelhandelsumsätze sowie die Industrieproduktion seien von hohem Interesse. Bezüglich des FOMC sei die vorherrschende Meinung, dass eine weitere Erhöhung des Zielbandes für FED Funds um 25 Bp auf 1,00% bis 1,25% erfolge. Mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit sei dies in den Geldmarktfutures eskomptiert.

Allerdings sei die Datenlage gemischt. Zwar gebe es Anzeichen dafür, dass sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum nach dem mit annualisiert +1,2% VQ schwachen ersten Quartal im laufenden Dreimonatszeitraum wieder signifikant erhöht habe. Pkw-Verkaufszahlen und sehr unterschiedliche regionale Stimmungsbarometer würden jedoch vor zu viel Optimismus mahnen. Während das nochmalige Absinken der Arbeitslosenquote auf 4,3% eine weitere Zinserhöhung nahe lege, habe sich der Inflationsdruck reduziert, nicht nur angesichts schwächerer Energiepreise. Es sei die verhaltene Steigerungsrate der Kernpreise, die für Aufmerksamkeit sorge.

Vor diesem Hintergrund seien die Erwartungen zum Fortgang des Zinserhöhungszyklus im zweiten Halbjahr und im Jahr 2018 gedämpft, was sich auch an den sinkenden Kapitalmarktrenditen (3J. - 30J.) zeige. Die zweijährige Rendite der US-Treasuries könne immerhin das Niveau halten, seit März sei aber per Saldo kein Anstieg zu erkennen. Alles in allem dürfte die FED mehr und mehr auf Sicht fahren, auch weil vonseiten der FED-Chefin immer wieder auf ein aktuell niedriges Niveau des neutralen Realzinses (in der Nähe von Null) verwiesen werde. Bei einer Kerninflation von 1,5% ergebe sich ein neutraler Nominalzins um eben dieses Niveau.

Angesichts dessen seien die kommenden Datenveröffentlichungen von hoher Bedeutung, insbesondere die Inflationsraten. Mit Anstiegen werde nicht gerechnet. Im Gegenteil: Die Gesamtinflation (Jahresrate) dürfte sich der unverändert erwarteten Kerninflation annähern. Produktionsseitig scheine ein kleines Plus möglich. Darauf verweise nicht nur die solide Stimmungslage im Verarbeitenden Gewerbe (nationaler Indikator) sondern auch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden. Von dem hohen Zuwachs im April ausgehend drohe aber ein Rücksetzer. Die oben erwähnten regionalen Industriebarometer würden ein gemischtes Bild zeigen. In New York werde ein Anstieg aus dem negativen Bereich heraus erwartet, in Philadelphia sollte es nach dem Hoch im Vormonat zu einem schwächeren Wert kommen.

Der seit Mai bestehende Aufwärtstrendkanal im Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei intakt, allerdings verringere sich die Anstiegsdynamik und die quantitativen Indikatoren würden erste Schwächesignale erkennen lassen. So würden das Verkaufssignal der Stochastik und das rückläufige Kursmomentum vor zu viel Optimismus mahnen. Erste Unterstützungen seien bei 164,50 und 163,89 zu finden. Die Unterstützungslinie des Trendkanals verlaufe heute bei 163,64. Widerstände lokalisieren die Analysten der Helaba bei 165,18, 165,33 und am Kontrakthoch bei 165,93. Die Trading-Range liege bei 164,30 bis 165,40. (12.06.2017/alc/a/a)





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