FED wird wahrscheinlich im Dezember die Leitzinsen noch einmal erhöhen


15.06.17 09:15
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Wie von uns erwartet und im Vorfeld von der FED kommuniziert, erhöhte die US-Notenbank die Leitzinsen um 25 Basispunkte, so Antoine Lesné, Leiter der SPDR ETF-Strategy EMEA bei State Street Global Advisors.

Damit habe die FED zwei der drei bis vier für 2017 erwarteten Leitzinserhöhungen vollzogen. Dies deute darauf hin, dass die FED im Sommer zunächst keine Zinsanhebung mehr vornehmen werde, bevor sie die Zinsen zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal anhebe. Schwächere Konjunkturdaten und weitere Verzögerungen der versprochenen fiskalischen Lockerung hätten die Zinsentscheidung der FED eindeutig beeinflusst. Da die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) immer noch sehr akkommodierend sei und politische Entwicklungen im Vereinigten Königreich zu einer etwas höheren Volatilität geführt hätten, könnte dies die FED dazu bewegen, eine Pause hinsichtlich der Zinserhöhungen einzulegen.

Wahrscheinlich werde die FED im September näher erläutern, wie sie ihre Bilanz verkürzen möchte, und dann im Dezember noch einmal die Leitzinsen erhöhen - dies wäre nach 2015 und 2016 quasi schon Tradition. Der Dollar dürfte auf diese Nachricht hin in seiner jüngsten Handelsspanne verharren, da nun erst einmal eine Pause im Straffungszyklus anstehen sollte. Dies könnte auch die Aussichten der Aktienmärkte in den USA verbessern, die sich zuletzt im Vergleich zu den europäischen Aktienmärkten unterdurchschnittlich entwickelt hätten. Gleiches gelte für in Landeswährung denominierte Vermögenswerte aus den Schwellenländern. (Ausgabe vom 14.06.2017) (15.06.2017/alc/a/a)