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FED wird bereits in diesem Monat tapern


09.11.21 10:30
Der Aktionär

Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Die FED wird bereits in diesem Monat tapern, so Fabian Strebin vom Anlegermagazin "Der Aktionär".

Die Anleihekäufe würden um 15 Milliarden Dollar monatlich reduziert. Halte die Notenbank dieses Tempo durch, dann wären die Programme zum Aufkauf von Schuldverschreibungen im nächsten Juni beendet. Mit der Reduzierung würden tendenziell die Zinsen steigen, gut für Banken, die im Kreditgeschäft engagiert seien. Die Gewinner des laufenden Jahres dürften daher auch 2022 stark profitieren.

Bekannt seien Anlegern unter den US-Banken vor allem Goldman Sachs, JPMorgan, oder noch Morgan Stanley. Diese hätten aber einen großen Fokus auf das Investmentbanking oder seien wie Goldman Sachs fast ausschließlich in diesem Segment tätig. Für die Zinswende, die in den USA nun eingeläutet worden sei, seien aber traditioneller aufgestellte Banken interessant.

Der breite KBW-Banken-Index habe im laufenden Jahr bereits fast 43 Prozent eingefahren und damit den S&P 500 haushoch geschlagen. Dieser sei nur auf rund 25 Prozent gekommen. Die Bank of America, als eine der Gewinnerinnen einer Zinswende, sei gar auf 56 Prozent gekommen. Den Vogel abgeschossen habe aber Wells Fargo: Das Institut aus San Francisco habe bisher 69 Prozent Performance geschafft und sei damit der Outperformer 2021.

Das Geldhaus sei vor fünf Jahren in einen Betrugsskandal mit fiktiven Konten gerauscht. Der Vorstand erwarte hier immer noch finanzielle Belastungen und habe dafür mehrere Milliarden Dollar an Rückstellungen gebildet. Zudem sei ein Sanierungsprogramm angestoßen worden, das Strukturen vereinfachen und die Kostenbasis senken solle.

Würden die Zinsen in den USA um ein Prozent steigen, dann fahre Wells Fargo in den kommenden Quartalen 7,4 Milliarden Dollar mehr Nettozinseinkommen ein. Das dürfte ein größerer Gewinntreiber sein und könnte das für 2022 erwartete KGV von 14 drücken. Der Schnitt der Peers liege ohnehin bei 15, auch die Bank of America als größte Konkurrentin werde bei 15 erwartet.

Die Bewertung von Wells Fargo sei trotz der starken Rallye im laufenden Jahr noch nicht zu teuer. Im Gegensatz zu vielen anderen Titeln aus dem Bankensektor habe die Notierung das Vorkrisenniveau von 54,40 Dollar noch nicht ganz erreicht. Der nächste Widerstand läge danach bei 59,99 Dollar. Mutige könnten noch zugreifen und die Zinswende spielen. Der Stopp verbleibe bei 30,00 Euro. Die Belastungen aus dem Fake-Konten-Skandal sollten mehr als eingepreist sein. (09.11.2021/alc/a/a)