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Die FED wird alles tun, um die Nachfrage zu stimulieren


19.02.21 11:00
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Der jüngste Anstieg der US-Renditen könnte den unterkühlten globalen Anleihenmärkten etwas Leben einhauchen, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management, wodurch Risikoanlagen unter Druck geraten würden.

Es sei jedoch zu erwarten, "dass bei weiter steigenden Renditen die FED auf den Plan treten wird."

Das zunehmend Fahrt aufnehmende Reflationsthema habe die US-Anleiherenditen in den vergangenen Tagen weiter aufwerten lassen: Die Covid-19-Fallzahlen würden zurückgehen und Schritte zur Lockerung der Beschränkungen der wirtschaftlichen Aktivitäten seien absehbar.

Nachdem die Renditen für langfristige US-Anleihen bereits die 2-Prozent-Marke überschritten hätten, sei auffällig, dass die Renditen für kürzere Anleihen ebenfalls leicht gestiegen seien. Interessant dabei: Der Trend beginne sich auf die Risikobereitschaft der Anleger im Hinblick auf andere Vermögenswerte auszuwirken.

Die fiskalpolitischen Lockerungen dürften das US-Wachstum nach einem Rückgang um 2,5 Prozent im Jahr 2020 in Richtung eines Wachstums von 7 Prozent im Jahr 2021 treiben. In diesem Fall würden die Experten erwarten, dass sich die pandemiebedingte Produktionslücke vor Ende des laufenden Jahres schließe. Gleichzeitig würden die Experten davon ausgehen, dass die PCE-Kerninflation (Personal Consumption Expenditures) im Frühjahr die Marke von 2,5 Prozent überschreiten könnte. Infolgedessen dürfte die US-Notenbank nicht umhin kommen, noch vor dem Sommer mit einer Änderung ihres Kurses zu beginnen.

Derzeit würden die Futures-Märkte für Mitte 2023 mit einer ersten Zinserhöhung der Federal Reserve (FED) rechnen. Uns würde es allerdings nicht überraschen, wenn der Schritt schon früher erfolgt - vor allem dann, wenn wir mit unserer Einschätzung richtig liegen, dass dem fiskalischen Covid-19-Hilfspaket noch im Verlauf dieses Jahres weitere Initiativen in Bezug auf Infrastruktur und grüne Technologien folgen werden, so die Experten von BlueBay Asset Management. Insgesamt würden sie davon ausgehen, dass der fiskalische Stimulus auch in den Jahren 2022 und 2023 das Wachstum stützen werde, weil die Biden-Administration die Staatsausgaben im Kontext der Gesamtwirtschaft zu steigern beabsichtige.

Nach Einschätzung der Experten gebe es derzeit Spielraum für einen kurzfristig weiteren Anstieg der Renditen. Die Entwicklung der US-Renditen in den nächsten Wochen werde eine entscheidende Rolle bei der Beantwortung der Frage spielen, in welche Richtung die Marktstimmung tendiere. Risikoanlagen könnten gemieden werden, sobald die Renditen kürzerer Laufzeiten steigen würden.

Dennoch: Die Experten seien der Meinung, dass die US-Notenbank darauf bedacht sei, eine zu schnelle Verschärfung der Finanzierungsbedingungen zu unterbinden. Weil die US-Wirtschaft sich immer noch sehr schwach zeige, werde die FED alles in ihrer Macht stehende tun, um die Nachfrage zu stimulieren. Daher seien die Experten überzeugt, dass bei weiter steigenden Anleiherenditen die FED auf den Plan treten werde. (19.02.2021/alc/a/a)