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FED und EZB: Jackson Hole vs Geldpolitik der ruhigen Hand


08.07.21 09:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - An den Finanzmärkten werden die Sommermonate unseres Erachtens von intensiven geldpolitischen Diskussionen geprägt sein, vielleicht kommen kurzfristig auch wieder Sorgen wegen neuen Virus-Varianten dazu, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Die Analysten würden denken, dass die FED in Bezug auf das bevorstehende Tapering etwas mehr Farbe bekennen werde, vielleicht schon auf dem Jackson Hole Meeting Ende August (26-28 August). Immerhin könnte ein Tapering bei der FED sogar schon im Dezember 2021 beginnen. Bei der EZB würden die Analysten über die Sommermonate und in den Herbst hinein "ein QE und eine Geldpolitik der ruhigen Hand" und dann nur ein langsames Ausgleiten des PEPP im Jahr 2022 erwarten. Die Analysten würden vor allem die EZB klar darauf ausgerichtet noch lange und umfassend generöse Finanzierungsbedingungen zu gewährleisten sehen.

Trotz kurzfristiger steigender Inflationsraten im Sommer und Herbst werde die EZB betonen, dass sie auf eine mittel- bis langfristige Verfestigung der Preisentwicklung setze und nicht vorschnell an der Zinsschraube drehen werde. In Summe würden die Analysten leicht steilere Zinskurven in den USA und Europa in den kommenden Monaten, aber keine unkontrollierten Renditesprünge erwarten. In der Eurozone könnten 10-jährigen deutsche Renditen zum Jahreswechsel wieder die 0% Marke überschreiten (wie zuletzt 2019). Optimismus in Bezug auf den Wirtschaftausblick in Europa und ein vorsichtiger Einstieg in den Ausstieg aus der ultra-expansiven Geldpolitik, gepaart mit gewissen Inflationssorgen in den USA, sollten nach Erachten der Analysten den EUR gegenüber dem USD gut unterstützt halten. (08.07.2021/alc/a/a)