FED liegt in den letzten Zügen, das Risiko steigt


03.01.18 11:30
Jupiter AM

London (www.anleihencheck.de) - Im vergangenen Jahr hat sich die Wirtschaftstätigkeit weltweit zum ersten Mal seit Beginn der Finanzkrise deutlich gesteigert, so Ariel Bezalel, Head of Strategy, Fixed Income und Fondsmanager des Jupiter Dynamic Bond SICAV (ISIN LU0459992896/ WKN A0YC40) bei Jupiter Asset Management.

Obwohl die Wirtschaftsdaten in den USA eher gemischt seien, halte die FED sie für stark genug, um Maßnahmen zur Reduzierung ihrer massiv aufgeblähten Bilanz zu ergreifen. Diese sei bekanntlich durch die geldpolitischen Impulse in den Krisenjahren aufgebläht worden. Die FED plane auch, an den langsam steigenden Zinsen festzuhalten, und unterstreiche damit ihre Zuversicht, dass die seit Jahren stagnierende Inflation wieder zurückkehren werde.

Für einen globalen Anleiheinvestor sei die Auflösung des größten geldpolitischen Experiments der Geschichte verbunden mit Zinserhöhungen ein signifikantes Risiko - vor allem in diesem späten Stadium des Konjunkturzyklus. Bis heute sei es in den letzten zehn Jahren zu Zentralbankkäufen im Umfang von unglaublichen 15 Billionen Dollar gekommen. Dieser Impuls ist nach Meinung der Experten von Jupiter Asset Management der wichtigste Treiber für Risikoaktiva seit der Finanzkrise.

In letzten Jahr seien an den Anleihemärkten einige markante Warnsignale für potenzielle Vermögensblasen zu beobachten gewesen. Dazu würden zum einen europäische Hochzinsanleihen zählen, die zum ersten Mal in der Geschichte übereinstimmend mit US-Treasuries gehandelt worden seien. Zum anderen habe Argentinien überzeichnete 100-jährige Anleihen verkauft, obwohl es sich dabei um einen seriellen Zahlungsausfall gehandelt habe. Zudem sei die US-Zinskurve trotz eines verbesserten BIP-Wachstums abgeflacht, was normalerweise eher als Zeichen einer Verlangsamung gelte. Dies werfe die Frage auf, ob die Zinskurve auch verzerrt sei.

Nun seien die FED und andere Zentralbanken auf der ganzen Welt im Begriff, die mit Liquidität gefüllte sprichwörtliche "Punschschüssel" wieder zu entfernen. Da die Bewertungen der meisten Risikoaktiva wie Unternehmensanleihen und Aktien auf Rekordhöhen lägen, könnte 2018 für Investoren ein herausforderndes und volatiles Jahr werden.

Die Begründung der FED, mit der Normalisierung der Zinsen zu beginnen, gehe auf die temporär schwache Inflation zurück. Ariel Bezalel und sein Team würden jedoch davon ausgehen, dass der Abwärtsdruck auf die Inflation die Weltwirtschaft weiterhin heimsuchen werde. Sie seien der Meinung, dass langfristige Trends wie die Überalterung der Bevölkerung, eine übermäßige, weltweite Verschuldung und die durch die Technologie verursachten Disruptionen allesamt Faktoren seien, die das Wirtschaftswachstum und die Inflationlänger beherrschen würden, als allgemein angenommen. Im Gegenzug dürften diese langfristigen Strukturprobleme die Anleiherenditen noch für einige Zeit im Zaum halten.

Aus Sicht der Experten von Jupiter Asset Management zeigt der US-amerikanische Unternehmensanleihemarkt immer deutlicher spätzyklische Merkmale. Zahlungsausfälle im Bereich der Kreditkartenschulden seien gestiegen und die Kreditfinanzierungen für Autos würden zurückgehen. Zudem habe es eine massive Verschlechterung in der Qualität der Anleiheverträge von High Yield-Emittenten in den USA gegeben, was eine große Verschiebung vom Kreditgeber hin zum Kreditnehmer darstelle. Tatsächlich seien heute in den USA etwa drei Viertel der Leveraged Loans mit sehr geringem Covenant-Schutz ausgegeben worden.

Wo also könne ein Anleiheinvestor in einem derart unsicheren Umfeld noch Investmentchancen finden? Glücklicherweise erlaubt uns unsere uneingeschränkte Strategie eine Vielzahl von Möglichkeiten, so die Experten von Jupiter Asset Management. Angesichts der Risiken im Markt würden die Experten es zunächst für ratsam halten, vorsichtig vorzugehen. Sie hätten die Anleihequalität in ihren Portfolios erhöht und das High Yield Exposure reduziert. Während die Experten von Jupiter Asset Management derzeit qualitativ hochwertige Staatsanleihen der Industrieländer wie US-Treasuries bevorzugen, sehen sie auch einige Lichtblicke bei Schwellenländeranleihen.

So sei Indien eines der wenigen Länder, von dem die Experten überzeugt seien und wo ein erhöhtes Risiko gerechtfertigt erscheine. Die Renditen von indischen Staats- und Unternehmensanleihen seien attraktiv und trotz kurzfristiger Währungsschwäche erwarte man, dass sich die Indische Rupie bei anziehender Wirtschaftstätigkeit, nach weiteren Reformen und sinkenden indischen Zinsen wieder festigen werde.

Die Experten von Jupiter Asset Management haben zudem Geld in Anleihen investiert, die als eine Art Bargeldersatz fungieren (Cash Proxies) und von denen sie überzeugt sind, dass sie potenziell bessere Renditen erzielen können, ohne das investierte Kapital einem unangemessenen Risiko auszusetzen. Schließlich seien die Experten in verschiedene Sondersituationen investiert, von denen sie der Ansicht seien, dass sie von den kurzfristigen und kapitalbringenden Ereignissen profitieren würden. In diesem fortgeschrittenen Stadium des Kreditzyklus seien dies die richtigen Strategien für 2018. (03.01.2018/alc/a/a)





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