FED lässt Leitzins unverändert - Bank of England wagt Zinsanhebung


03.11.17 12:06
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank beließ auf ihrer Sitzung am Mittwoch die Leitzinsen für die USA wie erwartet in der aktuellen Spanne von 1,0% bis 1,25%, so die Analysten der DZ BANK.

Nach Ansicht der FED habe sich die Lage am US-Arbeitsmarkt weiter verbessert und der Aufschwung der US-Wirtschaft an Kraft gewonnen. Für die Zukunft erwarte der Offenmarktausschuss eine Fortsetzung der positiven Entwicklung, sodass eine weitere graduelle Anhebung der Leitzinsen gerechtfertigt sei. Auch wenn die FED hierzu keinen konkreten Zeitpunkt genannt habe, werde am Markt ein solcher Schritt auf der Sitzung am 13. Dezember dieses Jahres erwartet.

Nach der FED sei mit der Bank of England (BoE) eine weitere der großen Notenbanken auf den Zinserhöhungspfad eingeschwenkt. Um der seit der Brexit-Entscheidung stark gestiegenen Inflation entgegenzuwirken, habe die BoE die Leitzinsen um 25 Basispunkte von 0,25% auf 0,5% angehoben. Aktuell liege die Inflation im Vereinigten Königreich mit 3,0% deutlich oberhalb des BoE-Ziels von 2,0%.

Neben den Notenbanksitzungen hätten weiterhin die Quartalsbilanzen der Unternehmen im Fokus der Marktteilnehmer gestanden. Dem sozialen Netzwerk Facebook hätten sprudelnde Werbeeinnahmen im dritten Quartal verglichen mit dem Vorjahr zu einem Gewinnsprung beim Nettoergebnis um 79% auf 4,7 Milliarden US-Dollar verholfen. Der Umsatz sei um 47% auf 10,3 Milliarden US-Dollar in die Höhe geschnellt. Damit seien die Erwartungen der Analysten übertroffen worden. Vor dem Hintergrund gefälschter Nutzerprofile und der Verbreitung falscher Nachrichten im US-Wahlkampf habe Facebook-Chef Mark Zuckerberg Investitionen in den Ausbau der Sicherheit angekündigt. Dies könnte zur Folge haben, dass die Gewinne künftig nicht mehr ganz so stark steigen würden wie zuletzt. Zuckerberg zufolge sei der Schutz der Community aber wichtiger als eine Maximierung des Gewinns.

Der Gesundheitskonzern Fresenius habe seine Umsätze im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12% auf 8,3 Milliarden Euro gesteigert. Das bereinigte Konzernergebnis habe um 11% auf 423 Millionen Euro zugelegt, sei damit aber hinter den Erwartungen von Analysten zurückgeblieben. Angesichts ausgezeichneter Aussichten für die Geschäfte des Konzerns habe der Vorstand die Ziele für das Gesamtjahr 2017 bestätigt (währungsbereinigtes Umsatzplus von 15% bis 17%, währungsbereinigter Anstieg des Konzernergebnisses um 19% bis 21%).

In der kommenden Woche erreiche die Berichtssaison ihren Höhepunkt und Analysten sowie Anleger müssten eine wahre Zahlenflut verarbeiten. Allein aus dem DAX würden dann die Allianz, BMW, die Commerzbank, Continental, die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, E.ON, HeidelbergCement, Merck KGaA, Münchener Rück, Siemens und Vonovia berichten. Aus dem MDAX würden unter anderem Axel Springer, Hannover Rück und Rheinmetall Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr melden. (03.11.2017/alc/a/a)