FED hebt Leitzins um 50 Basispunkte an


11.05.22 09:20
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Entgegen der Erwartungen schrumpfte das US-amerikanische BIP im ersten Quartal 2022 annualisiert um -1,4%, so die Analysten von Postbank Research.

Die Omikron-Welle und die damit in Verbindung stehenden Arbeitsausfälle hätten zu Jahresbeginn zu einer Wachstumsverlangsamung gesorgt.

Daneben würden auch andere Vorlaufindikatoren auf eine schwächere ökonomische Aktivität in den folgenden Monaten hindeuten. Die Einkaufsmanagerindices hätten von ihren hohen Niveaus leicht nachgegeben. Der Index für den Dienstleistungssektor sei von 58,3 auf 57,1 zurückgegangen. Der für das Verarbeitende Gewerbe von 57,1 auf 55,4.

Das Konsumentenvertrauen habe sich zwar im vergangenen Monat stabilisieren können, verbleibe aber auf historisch tiefem Niveau. Die Verbraucherpreisinflation habe vermutlich im März mit 8,5% ihren Höhepunkt erreicht und sollte über die kommenden Monate leicht nachgeben.

Der US-Arbeitsmarkt habe sich weiter erholt. Die Arbeitslosenquote sei im Mai unverändert bei 3,6% und damit nur 0,1%-Punkte oberhalb des Vor-Corona-Tiefs geblieben.

Die US-Notenbank FED habe auf ihrer Sitzung im Mai zum ersten Mal seit zwanzig Jahren den Leitzins um 50 Basispunkte erhöht. Weitere 50 Basispunkte-Schritte seien wahrscheinlich. Die FED beginne im Juni mit ihrem Bilanz-Abbauprogramm.

Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries könnte von aktuell 3,13 Prozent (Stand: 09.05.2022) auf 3,05 Prozent in sechs Monaten fallen. (Ausgabe Zinsbulletin Mai 2022) (11.05.2022/alc/a/a)