FED erhöht den Leitzins


16.06.17 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Heute verspricht ein vergleichsweise ruhiger Brückentag zu werden, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Eine bessere Stimmung der US-Verbraucher dürfte vor dem Hintergrund der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt - im Mai sei die Arbeitslosenquote auf niedrige 4,3% gesunken - wenig überraschen. Das Konsumentenvertrauen sei im Juni wohl von 97,1 auf 97,6 Punkte gestiegen. Auch die FED habe sich am Mittwoch zuversichtlich gezeigt, was die weitere Konjunkturentwicklung angehe und ihren geldpolitischen Straffungskurs mit einer weiteren Zinserhöhung um 25 BP auf nun 1,00 bis 1,25% fortgesetzt. In der anschließenden Pressekonferenz habe Notenbankpräsidentin Janet Yellen angedeutet, dass die Rückführung der hohen Bilanzsumme der FED bald beginnen könne.

Die Analysten würden den formalen Beschluss im September erwarten und das Startdatum der Rückführung dürfte der Oktober sein. Die nächste Anhebung der FED-Funds-Rate um weitere 25 BP würden die Analysten nun im Dezember 2017 sehen (bisher: September 2017) und wie bisher würden die Analysten 2018 mit einer zusätzlichen Anhebung der Leitzinsen um 25 BP rechnen. Im Median seien die bisherigen Leitzinseinschätzungen der US-Währungshüter von 1,4% per Ende 2017 bzw. 2,1% per Ende 2018 nicht adjustiert worden. Der Projektionswert für Ende 2019 sei nur marginal um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9% abgesenkt worden. Bei den Wachstumseinschätzungen seien im Vergleich zu den Projektionen aus dem März nahezu keine Anpassungen erfolgt.

Die Arbeitslosenquote für das 4. Quartal 2017 werde nun bei 4,3% gesehen (bisher: 4,5%), gefolgt von 4,2% für 2018 und 2019 (bisher: 4,5%). Sowohl den Deflator des privaten Verbrauchs als auch den entsprechenden Kerndeflator erwarte man im Schlussquartal der Jahre 2018 und 2019 jeweils bei 2%. Die entsprechenden Deflatoren für das Schlussquartal des laufenden Jahres seien auf 1,6% und 1,7% zurückgenommen worden. Nachdem am Mittwoch der Anstieg der Konsumentenpreise auf der Unterseite überrascht habe (allgemeine Jahresrate: 1,9%; Jahresrate der Kernrate 1,7%) würden die Analysten selber den Kerndeflator des privaten Verbrauchs im restlichen Jahresverlauf in der Nähe der 1,5%-Marke sehen.

Die FED-Chefin habe in der Pressekonferenz hervorgehoben, dass die Rückführung der Reinvestition fälliger Zinszahlungen und Anleihen bei den Staatanleihen zunächst auf 6 Mrd. USD pro Monat begrenzt sein solle und wohl im Oktober starten dürfte und dann bis auf 30 Mrd. USD auf Sicht eines Jahres ansteige. Bei den MBS-Papieren sollte der Startschuss mit 4 Mrd. USD beginnen und nach einem Jahr auf monatlich 20 Mrd. USD zugelegt haben. In 2018 würden die Analysten die Rückführung der FED-Bilanzsummen bei rund 400 Mrd. USD sehen, aufgeteilt auf circa 230 Mrd. USD für Staatsanleihen und 170 Mrd. USD für MBS-Papiere. Unklar sei, wie lange insgesamt die Desinvestitionsphase andauern werde. Für 2019 würden die Analysten mit einer Rückführung der FED-Bilanzsumme um knapp 500 Mrd. USD rechnen. Unterstrichen worden sei, dass das primäre geldpolitische Instrument die Adjustierung der FED-Funds-Rate sei.

Der Euro habe daraufhin zum US-Dollar wieder auf unter 1,12 USD nachgegeben. Perspektivisch d. h. mit Blick auf das Jahresende 2017 sollte nach Erachten der Analysten der Euro aber weiter auf rund 1,20 USD zulegen. (16.06.2017/alc/a/a)